Buch

Nasse Hunde

Arye Sharuz Shalicar Foto: Marina Maisel

Eine Autobiografie mit noch nicht einmal 35 Jahren? Arye Sharuz Shalicar hat viel erlebt in seinen ersten dreieinhalb Lebensjahrzehnten. Mit seinem Buch Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude. Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde will er Mut machen. Auf Einladung des Kulturzentrums der IKG sprach er mit dem Journalisten Claus Christian Malzahn über sein Buch und sein Leben.

Wedding Der Sohn iranischer Juden sollte es in Deutschland eimal besser haben als seine Eltern. Er wusste lange nicht einmal, dass er Jude war. Heute lebt er als Pressesprecher der israelischen Armee in Israel. Dazwischen lag ein weiter Weg, auf dem der Junge, der »für die Deutschen ein Kanake, für die Moslems ein Jude, für die Juden ein krimineller Jugendlicher aus dem Wedding« war, letztendlich doch noch die Kurve kriegte. Familie und vor allem Freunde halfen ihm dabei. Der Schock, als Jude unter Moslems angefeindet zu sein, ließ ihn nahezu alles tun, um doch dabei sein zu können. Aber es gab auch Freunde, die trotz des jeweiligen Andersseins zu ihm standen. Diese Zeit im Berliner Wedding zeigt die Konflikte eines Jugendlichen, der in seiner Umgebung, in seiner Gruppe anerkannt und ihr angehören möchte.

Es zeigt eine Welt voller Vorurteile gegen jegliches Anderssein. Da geht es um Antisemitismus und misstrauisches Gegeneinander unterschiedlicher Ethnien mitten in Deutschland ebenso wie um die Probleme heranwachsender junger Menschen unter sich. Das Buch fand Zuspruch. Dass es manche der Besucher für ihre heranwachsenden Kinder kauften, bestätigt, dass Shalicar ein hochaktuelles Problem mit dem Mut zur Hoffnung angegangen ist

Politik

Aus ihren Leben

Die Ausstellung »An eine Zukunft glauben ...« stellt jüdische Biografien der parlamentarischen Gründergeneration vor

von Katrin Richter  30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026

Interview

»In eine Synagoge bin ich das erste Mal in Deutschland gegangen«

Ab den 90er-Jahren fingen viele sowjetische Juden in Deutschland noch einmal von vorn an. Sind sie angekommen? Ein Gespräch über Flüchtlingsheime, nicht anerkannte Diplome und die Wiederentdeckung jüdischer Traditionen

von Mascha Malburg  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026

Urteil

Fristlose Kündigung eines Rabbiners bestätigt

Die Jüdische Gemeinde Berlin hatte im Sommer 2023 einem Rabbiner wegen sexueller Übergriffigkeit fristlos gekündigt. Eine Klage des Mannes dagegen wurde jetzt auch in zweiter Instanz zurückgewiesen

 29.01.2026

Holocaust-Gedenktag

»Mama, wo sind all die Menschen?«

Tova Friedman sprach im Deutschen Bundestag über ihre Deportation nach Auschwitz, das Grauen im KZ und darüber, was das Überleben mit ihr gemacht hat. Wir dokumentieren ihre Rede

von Tova Friedman  28.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Meinung

Was würden Saba und Safta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen, aber dennoch die Mehrheit darstellen«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026

Berlin

Feuer im Jüdischen Krankenhaus: Kein antisemitisches Motiv

In der Nacht kommt es zu einem Feueralarm. Ein Patient steht im Verdacht, einen Brand verursacht zu haben. Viele Details sind weiterhin unklar

 28.01.2026 Aktualisiert