Jom Haschoa

Namenslesung und Kerzenzünden

Aufruf zum virtuellen Gedenken Foto: privat

Jom Haschoa

Namenslesung und Kerzenzünden

Gemeinden und jüdische Einrichtungen erinnern an die sechs Millionen Opfer

 21.04.2020 16:22 Uhr

Zum Jom Haschoa laden zahlreiche jüdische Gemeinden und Einrichtungen zum virtuellen Gedenken ein. So werden Jugendliche der Wiesbadener Gemeinde symbolisch sechs Gedenkkerzen für die sechs Millionen Opfer des Holocaust, den jüdischen Widerstand und die jüdischen Untergrundkämpfer entzünden.

Zoom Ab 17 Uhr kann man an Gottesdienst und Gedenkzeremonie virtuell per PC, Smartphon oder Tablet teilnehmen. Dazu muss die »Zoom Cloud Meeting«-App heruntergeladen werden. Die ID ist die 202 645 62 62, das Passwort lautet 1234.

Unter dem Link https://www.juedisch-in-attendorn.org/2020/04/20/rememberingfrom-home-shoahnames/ beteiligt sich auch die Initiative »Jüdisch in Attendorn« am heutigen Dienstag an der Namenslesung zum Jom Haschoa.

Schüler, Studenten, Gemeindemitglieder und Freunde verlasen die Namen der Hanauer Schoa-Opfer.

Budge-Stiftung Eine ganz besondere Form des Gedenkens hat sich die Budge-Stiftung in Frankfurt einfallen lassen. Für gewöhnlich halte die Budge-Stiftung zum Jom Haschoa eine Gedenkstunde ab, sagt Rabbiner Andrew Steiman. »Zeitzeugen aus dem Haus nehmen teil – und sie werden immer weniger. Umso schmerzlicher, dass die Gedenkstunde heute ausfallen musste.«

Aber nicht ganz: Man stellte im großen Saal sechs Kerzen auf, davor sechs Stühle – »mit großem Abstand natürlich. Sechs Kerzen für sechs Millionen Tote und sechs Überlebende«, beschreibt Steiman die Anordnung. »Den ganzen Tag über wechseln sich die Besucher ab. Sie bleiben vor den Kerzen in der Stille, und machen dann anderen Besuchern Platz, die ruhig und geduldig vor dem Eingang auf Einlass warten – mit Abstand.«

Eigentlich gehöre zu diesen Gedenkstunden immer auch eine Ansprache, erklärt Steiman weiter. »Zeitzeugen sprechen dann Kaddisch.« Die Ansprache hätte heute der Direktor der ZWST, Aron Schuster, halten sollen. Da er nicht dabei sein konnte, bot Schuster an, zur nächsten Gedenkstunde die Ansprache zu halten. Das wäre dann allerdings zum 9. November. Bis dahin, hofft Steiman, könne vielleicht wieder eine Gedenkstunde im alten Format durchgeführt werden.

Karl-Rehbein-Schule Am Vorabend zum Jom Haschoa hatte die Jüdische Gemeinde Hanau gemeinsam mit Lehrern, Schülerinnen und Schülern der Karl-Rehbein-Schule, Studenten, Gemeindemitgliedern, Freunden und dem Rabbiner der Gemeinde alle Namen der jüdischen Hanauer Opfer der Schoa verlesen.

Die Erinnerung, ein zentraler Bestandteil des Judentums, solle auch »in einem Jahr, in dem alle von der Corona-Pandemie betroffen sind, aufrechterhalten werden. Da ein gemeinsames Verlesen der Namen nicht möglich ist«, gedachte die Jüdische Gemeinde Hanau in diesem Jahr auf eine besondere Weise der Opfer: digital, sagte Gemeindesprecher Oliver Dainow.

Mehr als 280 Aufrufe verzeichnete die Synagogen-Gemeinde Köln bei ihrem Jom Hasikaron laShoa welaGwura 2020 auf YouTube am Montagabend.  ja

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Jewrovision

Unterwegs zum Wettbewerb

Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

von Christine Schmitt  19.02.2026

Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

von Anja Bochtler  19.02.2026

Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

 18.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026