Mecklenburg-Vorpommern

Mehr Schutz für jüdische Einrichtungen

Bettina Martin (SPD), Ministerin für Wissenschaft und Kultur von Mecklenburg-Vorpommern Foto: picture alliance/dpa

Die jüdischen Einrichtungen in Schwerin und Rostock sollen in diesem Jahr einen besseren Schutz bekommen. Die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der baulichen Sicherheit würden im Jahr 2024 umgesetzt werden, heißt es im aktuellen Tätigkeitsbericht des Landesbeauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern, Nikolaus Voss.

Seit dem Terrorangriff der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 hat die Polizei ihren Schutz für Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in dem Bundesland bereits verstärkt. Das dortige Landeskriminalamt hatte im Jahr 2021 sicherheitstechnische Empfehlungen vorgelegt, die nach dem Attentat auf die Synagoge von Halle am 9. Oktober 2019 entwickelt worden waren und nun weiter forciert wurden.

»Die Jüdinnen und Juden in MV sehen sich aktuell zunehmend antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt«, erklärte Voss am Dienstag in einer Pressemitteilung des Kulturministeriums. Die Pflege der jüdischen Kultur sei ein wichtiger präventiver Beitrag gegen Judenfeindlichkeit in der Gesellschaft. In seinem Bericht geht Voss aber nicht auf antisemitische Vorfälle ein.

Keine öffentlichen Beifallsbekundungen

Seit dem Massaker der Hamas in Israel seien Juden mehr Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt, erklärte auch Kulturministerin Bettina Martin (SPD). Angesichts dieser Situation plane die Landesregierung, im Herbst 2024 einen Aktionsplan gegen Antisemitismus zu verabschieden.

Ende November hatte Martin mitgeteilt, es habe in Mecklenburg-Vorpommern zwar keine öffentlichen Beifallsbekundungen für den Terrorakt vom 7. Oktober gegeben. Doch zeige sich auch im Nordosten eine Zunahme antisemitisch motivierter Vorfälle. Bis Ende Oktober seien von den zuständigen Behörden im Land 77 solcher Fälle registriert worden und damit schon fast so viele wie im gesamten Vorjahr.

Voss war am 2. Februar 2022 von der Landesregierung zum neuen Beauftragten für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern und gegen Antisemitismus ernannt worden. Sein Vorgänger Hansjörg Schmutzler hatte das Amt nach zwei Jahren im Oktober 2021 aufgegeben. dpa

Maccabiah

»Jetzt erst recht«

Die Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland sind hoch motiviert. Für manche ist es nicht das erste Mal, dass sie in Israel dabei sind – bei den Medaillen spielen sie ganz vorn mit

von Sabine Brandes  08.07.2026

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026

München

»Auf geht’s – an die Arbeit!«

Die Israelitische Kultusgemeinde hat einen neuen Vorstand gewählt. Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin im Amt bestätigt

von Leo Grudenberg  07.07.2026

Rabbinerausbildung

Levinson-Stiftung als Institut an der Uni Potsdam anerkannt

Neuer Meilenstein für die Ausbildung liberaler und konservativer Rabbinerinnen und Rabbiner sowie Kantorinnen und Kantoren

 07.07.2026

Bayern

Die jüdische Gemeinde München hat einen neuen Vorstand gewählt

Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern bestätigt

 06.07.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Die Kraft der Sichtbarkeit

Rivkah Schwarzbart entwirft seit dem 7. Oktober jüdischen Schmuck und lebt in München

von Katrin Diehl  05.07.2026

Kommentar

Meine Angst

Was es heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026