Pokalfinale

»Macht nix. Holen wir uns den Pott beim nächsten Mal«

Patrick Lenz (l.) von Makkabi Berlin und Laurenz Dehl von Viktoria 89 kämpfen um den Ball. Foto: picture alliance/dpa

Pokalfinale

»Macht nix. Holen wir uns den Pott beim nächsten Mal«

TuS Makkabi unterliegt dem spielstarken Regionalligisten FC Viktoria 89

von Frank Toebs  02.06.2024 14:38 Uhr

Er erholt sich gerade in Israel, »da lenkt man sich ab«, sagt Doron Bruck. »Wir sind natürlich enttäuscht, aber es ist ein faires Ergebnis«, kommentiert der Makkabi-Kapitän die 0:3-Niederlage gegen Viktoria 89. »Wir waren gut ins Spiel gekommen, aber wir haben die ersten zwei Chancen leider verpasst, und unser Torwart hat uns noch gerettet bis zur Halbzeit. Danach kam der Gegner mit dem ersten Treffer und dann mit dem zweiten und dritten über Konter. Viktoria ist ein junges Team. Sie waren die bessere Mannschaft und sind aktuell sicher die formstärkste in Berlin.«

Es war eine optisch ungeplante Übereinstimmung, dass zwei Klubs, die beide blau-weiße Trikots tragen sollten, am Samstag in dem bedeutenden Berliner Fußballspiel, dem Pokalfinale dieses Jahres, aufeinandertrafen: FC Viktoria 89 und TuS Makkabi. Makkabi zum zweiten Mal in Folge (nach dem Sieg im Endspiel gegen Sparta Lichtenberg 2023). Die Partie war auch eine Neuauflage des Halbfinales der vergangenen Saison, in dem Viktoria sich Makkabi geschlagen geben musste (3:2).

Damals waren die Charlottenburger deutschlandweit in aller Munde, war es doch der erste Klub mit jüdischer Tradition in einem solchen Finale. Dass es diesmal bereits im Vorfeld des »Finaltags der Amateure« wesentlich unaufgeregter zuging, zeigt, wie der Verein seinen Stand in der Oberliga bestätigen konnte. Regionalligist Viktoria 89 war leider für den letztjährigen Überraschungssieger in mehr als 90 Minuten einfach zu stark.

Wie überall gilt auch hier: »The winner takes it all.«

Mehr Treffer waren drin für den nun viermaligen Landespokalsieger und Traditionsverein Viktoria. »Macht nix«, rief ein junger Makkabi-Anhänger mit einem Megafon nach Spielschluss. »Dann holen wir uns eben im nächsten Anlauf den Pott zurück.« Für die Spieler von Makkabi gab es diesmal kein Konfetti und keinen überschwänglichen Jubel der Fans. Ein Spalier, Beifall der Siegermannschaft und Medaillen mussten genügen.

Wie überall gilt auch hier: »The winner takes it all.« So nahmen die meisten ihre Auszeichnungen für den zweiten Platz gleich wieder vom Hals. Bis zur Halbzeit hielt der aktuell Siebte der Oberliga vor 2739 zahlenden Besuchern das eigene Tor frei.

Das gelang vor allem durch eine Topleistung des Torwarts Jack Krause. Ein ums andere Mal war er zur Stelle, wenn die Viktoria-Akteure aus der Distanz oder nach schnell vorgetragenen Angriffen zum Torschuss gekommen waren. Müde Makkabi-Spieler hatten im Hans-Zoschke-Stadion alles gegeben. Das reichte an diesem Tag jedoch nicht.

»War’n geiles Spiel. Leider muss ich meinem Kollegen Respekt zollen, und meine Jungs müssen von morgens bis abends zur Arbeit. Marschieren wie Profis können sie daher nicht«, bedauerte der routinierte Makkabi-Coach Wolfgang Sandhowe nach dem Spiel. »Wir hoffen aufs nächste Jahr«, sagt Kapitän Bruck. In der kommenden Saison wolle man aber auch in der Liga »einen Tick höher kommen«, so der Trainer.

(mit Helmut Kuhn)

Bayern

Jüdische Gemeinde München hat einen neuen Vorstand gewählt

Charlotte Knobloch als Präsidentin bestätigt

 06.07.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Die Kraft der Sichtbarkeit

Rivkah Schwarzbart entwirft seit dem 7. Oktober jüdischen Schmuck und lebt in München

von Katrin Diehl  05.07.2026

Kommentar

Meine Angst

Was es heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026

Lesung

Sprache statt Wurzeln

Die aus dem Irak stammende Schriftstellerin Mona Yahia stellte in München ihr neues Buch über jüdisches Leben im arabischen Raum vor

von Nora Niemann  05.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026