Makkabiade

Lauter Gewinner

Makkabi Chai! Foto: Rafael Herlich

Am Montagmorgen, kurz vor den Finalspielen, ist es wunderbar ruhig im Sportpark Wedau. Nur die Vögel zwitschern – doch dürfte sich das in den Ohren der meisten Athleten einfach nur schrill anhören. Bis in die Morgenstunden hatten sie bei der Abschlussparty der Makkabi-Meisterschaften gefeiert, und nicht nur Sportler waren gekommen. Junge Menschen aus den Gemeinden rings um Duisburg hatten sich zu den Athleten gesellt, um gemeinsam mit ihnen im Seehaus an der Regattabahn zu tanzen, auf Medaillen anzustoßen und Freunde zu treffen.

Einer von denen, die schon wieder fit sind, ist Mark Lektor. Seit vier Tagen steckt er in einem blauen Bärenkostüm und wackelt als Maskottchen über das Gelände. »Ich bin der Makkabär«, ruft er fröhlich und steckt die Besucher mit seiner Laune an. Hier ein Knuff, da ein Winker, eine Umarmung für die Kinder – der Bär hat viel zu tun. »Ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zukommt«, erzählt der Mönchengladbacher, der sich als Volunteer für die Makkabi-Meisterschaft in Duisburg gemeldet hatte.

Pokernacht Weil er als Maskottchen an allen Ecken und Enden der weiten Sportanlage und bei allen Veranstaltungen auftauchen musste, hatte er einen guten Überblick über die Makkabiade. »Und ich muss sagen, dass es super gut gelaufen ist. Die ›Poker-Night‹ war zum Beispiel großartig. Die hat zwar in einer Sporthalle stattgefunden, aber bei der Vorbereitung haben sich die Leute richtig viel Mühe gegeben.« An jedem Tisch stand eine eigene Lampe, die warmes Licht verbreitete, dazu spielte Musik wie in einer Bar, »als ob da gleich Don Corleone antanzt«, erzählt Mark.

Auch zur Abschlussparty war er im Bärenkostüm spaziert. »Aber so wollte man mich nicht reinlassen«, entrüstet er sich gespielt. Das Motto lautete ja »White Night«, so musste der blaue Makkabär draußen bleiben. Ohne dicken Kopf und Fell feierte es sich dann schließlich auch besser, meint Mark: »Die Party war mordsgeil.«

Gewinner Bei der Abschlussveranstaltung am Montag tritt Mark wieder als Bär auf und jubelt vor der Bühne den Medaillengewinnern zu. In einem kleinen Pavillon daneben suchen Helfer die nächsten Auszeichnungen zusammen, die gleich verliehen werden. Ein ganzer Schwung Goldmedaillen fällt aus kleinen Plastiktütchen, daneben stehen schon die Pokale für die Teamsportarten bereit.

Zwei Frankfurter Fußballer haben sich in den Pavillon geschummelt und proben schon einmal den Jubel, sie werden gleich oben auf dem Treppchen stehen. Doch auch alle anderen bekommen hier ihren verdienten Applaus für die Leistungen im Basketball, Fechten, Tennis, Tischtennis, Schach, Sportschießen oder Volleyball. Gruppenbilder mit dem Makkabär gibt es im Anschluss. Der lüftet seinen großen runden Kopf und beschließt zufrieden: »Man sieht, dass das hier eine Veranstaltung mit Zukunft ist.«

Lesen Sie mehr in unserer Printausgabe.

Jewrovision

»Wir glauben an uns«

Die Jugendlichen von Neschama performten einen eindrucksvollen Act und räumten den begehrten Videopreis ab

von Luis Gruhler  11.06.2026

Berlin

Jüdischer Juristenverband als herausragende soziale Initiative ausgezeichnet

Die Organisation jüdischer Juristen ist eines von 25 Projekten, die vom Verein »startsocial« für ihr Engagement gewürdigt wurden. Gastgeber der Ehrenveranstaltung war Bundeskanzler Friedrich Merz

 11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Berlin

Kleine Botschafter

Beim Innovationswettbewerb »Building Bridges« der israelischen Vertretung in Deutschland wurden vier Projekte ausgezeichnet. Eine Ehrung für gelebten Austausch

von Katrin Richter  10.06.2026