Synagoge Fraenkelufer

Kuratorium für den Wiederaufbau

Die 19 Mitglieder des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer stehen fest. Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der SPD, gab am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Berliner Abgeordnetenhaus die Namen bekannt.

Mit ihm am Tisch saßen Nina Peretz von der Synagogengemeinde und dem Verein Freunde des Fraenkelufers, die sich mit ihrem Mann Dekel Peretz und dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Jonathan Marcus abwechseln wird, und Pinar Cetin, die die muslimische Seite im Kuratorium vertreten wird.

persönlichkeiten Unter den ehrenamtlichen Kuratoriumsmitgliedern sind illustre Persönlichkeiten vertreten: Die Verlegerin und Leo-Baeck-Preisträgerin Friede Springer wird Ehrenbotschafterin; Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gehört dem Gremium an, ebenso wie die Politiker Ole von Beust (CDU, ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg), Gregor Gysi (Die Linke) und Monika Herrmann (Die Grünen), Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, der Unternehmer und jetzige Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, sowie die Psychologin und Politikberaterin Marina Weisband.

Bei der Zusammensetzung war es Saleh wichtig, dass alle wichtigen Seiten wie »Vernetzung Bund«, »Vernetzung International«, »kulturelle Verankerung« sowie »bauliche Realisierung« vertreten sind. Lediglich die christlichen Seiten sind noch nicht besetzt.

grundstück »Wir begrüßen die Initiative sehr«, sagte Nina Peretz. Seit mehreren Jahren machen sich die Beter Gedanken, wie es mit der Synagogengemeinde weitergehen könnte. »Raummäßig kommen wir immer wieder an unsere Grenzen, beispielsweise bei Veranstaltungen und beim Kiddusch.« Denn die Anzahl der Beter wächst zusehends, und es gibt zahlreiche Aktivitäten.

Für den Bau der Synagoge sei es ihr und den Betern wichtig, so Peretz, dass der Inhalt stimmt. Inhalt komme »vor Form«, betonte sie. So soll Platz entstehen, um eine Bibliothek einzurichten, eine jüdische Kita und ein koscheres Café unterzubringen und Bildungsangebote anzubieten. Und ebenso sei wichtig: »Wir möchten auch die Nachbarn einladen.«

Wie der Wiederaufbau konkret aussehen wird, weiß derzeit noch niemand genau, denn es muss noch ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden. Klassische Elemente sollen wahrscheinlich an den ursprünglichen Bau erinnern. Ein originaler Wiederaufbau sei nicht möglich, sagte Saleh. Mit dem Land Berlin sei er derzeit dabei, über das Grundstück zu verhandeln, das ursprünglich einmal der Gemeinde gehörte, seit Längerem aber dem Land. Hilfsbereitschaft aus der ganzen Welt hätten Saleh und seine Mitstreiter erfahren – aus Afrika, den USA und aus Australien kamen Anfragen, wie man das Projekt unterstützen könne.

unterstützer Unter den potenziellen Unterstützern war auch der Brite Antony Colman, der mit der Tochter von Alexander Beer, dem Baumeister der Synagoge, verwandt ist. Die Tochter lebt heute 90-jährig in Australien. Colman war von dem Projekt so begeistert, dass er nun Mitglied des Kuratoriums ist.

Im Herbst wollen die Mitglieder des Kuratoriums zum ersten Mal tagen. Dann wollen sie sich Gedanken über die Form machen – ob Stiftung oder Verein – wie auch über die Beschaffung der finanziellen Mittel. Saleh rechnet mittlerweile damit, dass die Synagoge in fünf bis sieben Jahren wieder aufgebaut ist.

Das Gotteshaus war während der Pogrome 1938 schwer beschädigt worden. Nach einem Abriss in den 50er-Jahren steht dort heute nur noch der Seitenflügel, in dem die Synagogengemeinde Fraenkelufer bislang all ihre Aktivitäten unterbringt.

Block-Prozess

Verteidiger: Ermittlungen zum Fall Block waren zu einseitig

Die Chefermittlerin im Fall Block hat ihre Zeugenbefragung abgeschlossen. Nur einer, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt

 19.08.2026

Aktion

»Kunst, Gedichte, gute Wünsche«

Die Juristin Katya Assaf-Zakharov über das Projekt »Du bist am Zug«, Teilhabe und persönliche Botschaften im Stadtbild von Berlin

von Christine Schmitt  19.08.2026

Programm

Ein Moped-Gottesdienst, Kaffee, Kuchen und ein Zirkus-Koffer in Frankfurt: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 20. August bis zum 27. August

 19.08.2026

Berlin/München

Knobloch über AfD und NSDAP: »Vergleichen sollte man«

Die AfD bekommt Zulauf wie nie zuvor. Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden fühlt sich an dunkle Zeiten erinnert

 19.08.2026

Anoha

Mit allen Sinnen

Im Museum erleben Kinder die Geschichte der Arche Noah spielerisch – und lernen dabei etwas über Vielfalt, Respekt und ein gutes Miteinander

von Alicia Rust  18.08.2026

Berlin

Gedenkzeichen für erste Rabbinerin der Welt

Regina Jonas wurde 1942 in das KZ Theresienstadt verschleppt und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ende August wird ihrer mit einem Gedenkzeichen gedacht

 18.08.2026

Gespräch

Albrecht-Weinberg-Gefährtin: Erinnerung an Holocaust darf nicht enden

Im Mai starb der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Gerda Dänekas war bis zum Schluss an seiner Seite, Pflegerin und engste Freundin. Im Interview spricht sie über das Vermächtnis eines der letzten Zeitzeugen und einen Film über ihn - und sie

von Karen Miether  18.08.2026

Orthodoxie

»Koschere Haare sind teuer«

Chaya Chapoval über steigende Scheitelpreise, die Arbeit hinter einer Perücke und Rabbiner-geprüfte Haarteile

von Mascha Malburg  17.08.2026

Freiburg

Geschichten eines Onkels

Aviva Rabinovich recherchierte das Schicksal ihres Verwandten Konrad Goldmann – und widmet ihm zusammen mit dem Regisseur Nathan Lifschitz einen Dokumentarfilm

von Anja Bochtler  17.08.2026