IKG Live!

Kulturell gut vernetzt

Im Gespräch: Ellen Presser (r.), Leiterin der IKG-Kulturabteilung, mit Judith Faessler Foto: Marina Maisel

Längst zählt das Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern zu den kulturellen Hotspots im Herzen der Stadt. Daran ändert auch das Coronavirus mit seinen zahlreichen Einschränkungen nichts. Neu ist nur das digitale Format der kulturellen Ver­anstaltungen, das bereits gut angelaufen ist, aber in nächster Zeit noch weiter ausgebaut werden soll.

Auf ausgesprochen großes Interesse bei den Gemeindemitgliedern und darüber hinaus ist die neue Internet-Plattform »IKG LIVE!« gestoßen. »Sie kann zwar nicht den persönlichen Kontakt ersetzen, eröffnet aber gerade in dieser schwierigen Zeit auch viele Möglichkeiten« – so lautet die erste Zwischenbilanz von IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch.

GESPRÄCH Auch die Kulturabteilung der Gemeinde, die alle bereits geplanten und organisierten Veranstaltungen absagen musste, hat die Internet-Seite jetzt zum ersten Mal genutzt. Ellen Presser, die Leiterin der Abteilung, führte ein Gespräch mit Judith Faessler, der Enkelin von Max Mannheimer sel. A., das live im Netz übertragen wurde.

Bereits seit Anfang April ist die Kulturabteilung auf Facebook unter »Kultur am Jakobsplatz« aktiv. »Auf dieser Seite«, so Ellen Presser, »laufen täglich Kultur-News aus allen Bereichen jüdischen Lebens und Wissens, dazu Aphorismen und Rubriken wie ›Was gibt’s Neues aus Israel‹, ferner Unterhaltung mit Zitaten, Rätseln und Humor sowie aktuelle Ankündigungen. Ausgewählte Angebote sollen bald auch auf Russisch abrufbar sein.«

IWRIT-KURSE Digital aufrechterhalten wurden die Iwrit-Kurse der Jüdischen Volkshochschule. Sibylle von Tiedemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der IKG-Kulturabteilung, hat innerhalb kurzer Zeit virtuelle Klassenzimmer eingerichtet. An vier Abenden (jeweils um 18 Uhr und 19.30 Uhr) unterrichtet Dozentin Gila Melzer rund 100 Kursteilnehmer. Entsprechende Angebote auch für die anderen Kurse (Jiddisch-Lesekreis, Kochen, Folklorekreis, Jiddisch) sind bereits im Entstehen.

»Dem Kulturzentrum«, erklärt Ellen Presser, »ist es ein großes Anliegen, trotz Corona jüdische Kultur in die Stadtgesellschaft und darüber hinaus zu vermitteln.« Allein in dieser Woche sind es auf »IKG LIVE!« die Preview zum Dokumentarfilm Wir waren nicht Menschen – Geschichten vom Überleben und eine Gesprächsaufzeichnung zwischen dem Historiker Dirk Riedel vom NS-Dokumentationszentrum und Leo Hiemer, Regisseur und Filmemacher.

Mehr Informationen und Veranstaltungen unter www.ikg-live.de

Ferien

Unsere kleine Stadt

Mehrere Wochen trafen sich deutsche, ukrainische und israelische Jugendliche in Brandenburg zu einem Sommercamp der Initiative »J-ArtEck«. Zum Abschluss inszenierten sie eine Oper von Paul Hindemith

von Leon Stork  23.08.2026

Plädoyer

Stark und selbstbewusst

Die Zeiten des Ghettos und Sich-Wegduckens gehören zum Glück der Vergangenheit an. Umso mehr sollten Juden hierzulande entschiedener für ihre Interessen eintreten

von Sacha Stawski  23.08.2026

Porträt der Woche

Mein Traum von Frieden

Yuval Halpern ist Sänger der iranisch-israelischen Band Sistanagila

von Alicia Rust  23.08.2026

Jüdisches Erbe

Leipziger Stadtrundgang zu jüdischer Musik

Mit dem »Notenbogen« erhält Leipzig einen weiteren musikhistorischen Stadtrundgang. Der Fokus soll dabei auf den Spuren »jüdischer Musik« liegen

von Joris Ufer  23.08.2026

Deutschland

Weil er sich israelsolidarisch äußerte: Mann wird mit Cuttermesser an Berliner U-Bahnhof angegriffen

Die Hintergründe

 22.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Vorschau

Widderhorn im Dom und ein Hauch von »Yiddish Summer« - Festival »Shalom-Musik.Koeln«

Begegnungen, Neugier und Zuhören fördern - das wollen die Macher des Festivals »Shalom-Musik.Koeln«. Und reichlich Musik und Gesang auf die Bühne bringen. Der Verein hinter dem Festival bekommt dafür jetzt einen Preis

von Leticia Witte  20.08.2026