Berlin

»Krasser Fall von Antisemitismus«

Der Zentralrat der Juden und die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) haben schockiert auf die Veröffentlichung von Äußerungen des AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon reagiert. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte: »Das antisemitische Pamphlet des AfD-Abgeordneten müsste einen Aufschrei im baden-württembergischen Landtag und darüber hinaus in der ganzen Gesellschaft auslösen.«

Schoa Die Bild-Zeitung hatte am Mittwoch über das bereits 2012 erschienene Buch Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten von Wolfgang Gedeon berichtet. Darin bagatellisiert der AfD-Landtagsabgeordnete die Schoa als »gewisse Schandtaten« und bezeichnet Neonazis wie Horst Mahler, Ernst Zündel und David Irving als »Dissidenten«.

Ein Mensch mit solchen Ansichten könne kein demokratischer Volksvertreter sein, so Josef Schuster. »Die AfD-Landtagsfraktion muss Wolfgang Gedeon aus der Fraktion ausschließen.« Der Zentralratspräsident drückte seine Hoffnung aus, dass die zuständigen Strafverfolgungsbehörden wegen des Verdachts auf Volksverhetzung Ermittlungen aufnehmen. »In jedem Fall haben wir es mit einer weiteren Demaskierung dieser Partei zu tun.«

Schlag »Bei den Aussagen von Herrn Dr. Gedeon handelt sich um einen krassen Fall von Antisemitismus, und solch ein Politiker sollte im Landtag eines demokratischen Landes keinen Platz haben«, sagte die IRGW-Vorstandsvorsitzende Barbara Traub, die auch Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden ist. »Für jüdische Bürger dieses Landes wie auch insbesondere für die Überlebenden der Schoa stellen derartige Aussagen einen Schlag ins Gesicht dar und sind unerträglich.« ja

Shelly Meyer

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