Projekt

Klick ins Haus

Oft sind es Zufälle, die am Beginn einer spannenden Entwicklung stehen. Es war vor etwa einem Jahr, israelische Schüler trafen sich in Bad Neustadt a. d. Saale mit deutschen. Man wollte eine Dokumentation über den alten jüdischen Friedhof erstellen. Wieder in Israel, berichteten sie von ihren Erlebnissen. Interessiert hörte Moshe Caine von der Hadassah-Universität in Jerusalem zu.

Caine ist Professor für digitale Fotografie. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Werbung und Kommunikation im Internet. Die Berichte der Schüler aus der fränkischen Rhön beschäftigten ihn. Der Friedhof von Bad Neustadt hat für Caine zwei entscheidende Vorteile. Er ist mit knapp 120 Grabstellen klein und mit der Gründung im Jahr 1888 ziemlich jung.

Homepage Im Mai 2014 besuchte Caine persönlich Bad Neustadt und war von der Situation sofort begeistert. Er plante eine Homepage, auf der die jüdische Gemeinde digital wiederaufersteht. Auch um den drohenden Verlust der Informationen und der Kulturdenkmäler zuvorzukommen.

Vorbild war auch die Seite »billiongraves.com«. Dort werden fotografische Dokumente mit historischer Information kombiniert. Ähnliches sollte für Bad Neustadt entstehen. Auch verbunden mit der Hoffnung, dass nach der Veröffentlichung weitere Informationen hinzukommen.

Das Ergebnis von Caines Arbeit kann man heute unter www.judaica-badneustadt.de erforschen. So gibt es neben einem virtuellen Rundgang über den Friedhof auch einen Stadtplan, auf dem die Häuser jüdischer Einwohner zu finden sind. Klickt man auf eines, öffnet sich ein Fenster mit Informationen zu den Bewohnern. Fotos und Texte vermitteln ein Bild vom jüdischen Leben in der Stadt.

Caine hofft, dass sich durch dieses Vorbild weitere Projekte ergeben. Vorgestellt hat Caine seine Idee auch schon einer Gruppe in Yad Vashem, die sich mit dem digitalen Erhalt des jüdischen Kulturerbes beschäftigt.

Seder

Es ist unsere Freiheit

Zu Pessach setzen wir unser Vertrauen in die Kraft des Guten

von Charlotte Knobloch  31.03.2026

Pessach

Der leere Stuhl

Für viele bedeutet der Seder, auf geliebte Menschen zu verzichten. Hier erzählen vier Frauen und Männer, wer an Pessach fehlt – und was ihnen Hoffnung gibt

von Nicole Dreyfus  31.03.2026

Programm

Führung, Erinnerung und Vorträge: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. April bis zum 16. April

 30.03.2026

»Koscher-Licious«

Mazze, Challe, Wodka

Viele Besucher und noch mehr gute Laune gab es beim Streetfoodfestival auf dem Pears-Campus von Chabad in Berlin. Bereits zum fünften Mal probierten sich Gäste durch das Angebot

von Alicia Rust  29.03.2026

Meinung

Das Gedenken schützen

Ein linksextremes Bündnis plant zum Jahrestag der Befreiung Buchenwalds eine antisemitische Kundgebung. Thüringens Juden wehren sich gegen die Provokation

von Reinhard Schramm, Marek Sierka  29.03.2026

Porträt der Woche

Für alt und jung

Judit Marach hat in einem Seniorenheim gearbeitet – heute ist sie Schulsekretärin

von Gerhard Haase-Hindenberg  29.03.2026

Frankfurt

Wieder zusammen

Fast neun Jahrzehnte nach dem Novemberpogrom 1938 wird der Silberschmuck einer Torarolle erstmals als Einheit präsentiert

von Eugen El  29.03.2026

Ilja Richter

Zu Hause zwischen den Stühlen

Der Schauspieler stellte sein neues Buch vor und verzauberte das Publikum mit Gesang, Rezitationen – und sogar als Bauchredner

von Nora Niemann  29.03.2026

Oldenburg

»Es ist gesund, wenn nicht alles von nur einem Rabbiner abhängt«

Seit einem Jahr amtieren Netanel Olhoeft und Levi Israel Ufferfilge in der Gemeinde. Nun wurden sie auch offiziell eingeführt. Wie funktioniert die rabbinische »Doppelspitze«?

von Mascha Malburg  28.03.2026