Berlin

Kiefernhain soll an Deportationen erinnern

Bislang erinnert eine Stele an die Deportation von Juden vom Güterbahnhof Moabit. Foto: imago

Berlin

Kiefernhain soll an Deportationen erinnern

Jury empfiehlt Entwurf des Künstlerkollektivs raumlabor für Güterbahnhof Moabit

 21.08.2016 09:37 Uhr

An die Deportation von Juden vom Berliner Güterbahnhof Moabit in NS-Vernichtungslager soll künftig ein Kiefernhain erinnern. Im Rahmen eines Kunstwettbewerbs habe eine Jury mehrheitlich die Umsetzung des Entwurfs »Hain« des Berliner Künstlerkollektivs raumlabor mit einigen Überarbeitungsvorschlägen empfohlen, teilte die Berliner Senatskanzlei mit. Tragende Idee sei es, den Gedenkort durch einen Hain aus 24 Kiefern zu definieren. Die Bäume stellten dabei ein scheinbar deplatziertes und irritierendes Landschaftselement dar, hieß es.

Im Sommer 2017 soll der Gedenkort der Öffentlichkeit übergeben werden. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie. Die neun eingereichten Entwürfe für einen Gedenkort werden vom 25. August bis zum 2. September im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors ausgestellt.

sondertransporte Von den Gleisen 69, 81, und 82 des Güterbahnhofs Moabit erfolgten im Zweiten Weltkrieg den Angaben zufolge die meisten der von den Nationalsozialisten angeordneten »Sondertransporte« der Reichsbahn. Über 30.000 Menschen seien von hier aus in den Tod geschickt worden. Insgesamt wurden in der Nazizeit etwa 55.000 Juden aus Berlin mit Sonderzügen in Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Der erste sogenannte Osttransport verließ Berlin im Oktober 1941 vom Bahnhof Grunewald, wo sich bereits eine Gedenkstätte befindet.

Ziel des Kunstwettbewerbs sei es gewesen, den heute stadträumlich vergessenen Ort der Landkarte der Berliner Gedenkkultur hinzuzufügen und die längst überfällige Erinnerung in das kollektive Gedächtnis der nachfolgenden Generationen einzuschreiben, hieß es weiter. Das Preisgericht des Kunstwettbewerbes tagte unter Vorsitz der Kunstprofessorin Stefanie Endlich.

Der zweite Preis ging an die Arbeit »Weg-Ort-Nachbarn« der Künstlerin Katharina Hohmann. Auch dieser Entwurf erhielt vom Preisgericht eine Realisierungsempfehlung, sofern der Entwurf von raumlabor mit der Überarbeitung nicht realisiert wird. Die Arbeit »Der Hain – nach der Deportation« von Andrea Zaumseil erhielt eine Anerkennung. epd

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026

Würdigung

Bayerischer Walk of Fame

Zwei Lebensgeschichten, ein gemeinsames Zeichen: Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern werden für ihr Engagement geehrt

von Luis Gruhler  23.10.2026

München

Auf eine Maß mit Lion Feuchtwanger

Ein neu gegründeter Stammtisch erinnert an ein Stück vergessener jüdisch-bayrischer Tradition. Ein Ortstermin

von Leon Stork  22.10.2026

Mode

Sieben Jahre Prada

Diane Bouccara erlebte als Managerin die Welt der Haute Couture bis zur Selbstaufgabe – ehe sie durch ihre Teschuwa zum orthodoxen Judentum fand

von Alicia Rust  22.10.2026

Fotografie

Nordisch by Nature

Der Fotograf Kay Michalak hat für sein neues Buch Jüdinnen und Juden aus norddeutschen Gemeinden porträtiert. Es sind Momente der Begegnung, die die Vielstimmigkeit des jüdischen Lebens zeigen

 21.10.2026

Frankfurt

Auf dem Schuk

Der neue Laden will mehr sein als ein koscherer Supermarkt: ein Ort zum Einkaufen, Plaudern und Ankommen – für die jüdische Gemeinde und das ganze Viertel

von Mascha Malburg  21.10.2026

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Engagement

Einsatz für jüdisches Leben und Verständigung: Grigory Rabinovich mit Verdienstorden der Bundesrepublik geehrt

 21.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 22.10.2026 Aktualisiert