Karlsruhe

JuZe Chasak Hamburg gewinnt die Jewrovision

Stark! Chasak aus Hamburg gewinnen die Jewrovision. Foto: Gregor Zielke

Das hebräische Wort »chasak« bedeutet »stark« und das Jugendzentrum Chasak Hamburg lieferte am Samstagabend auch die stärkste Performance ab und wurde dafür gleich mit zwei Pokalen belohnt: Einen gab es für den besten Bühnenauftritt und einen für das beste Video.

Die Hamburger, die farbenfroh das Judentum besangen, sind mit 104 Punkten Sieger der 16. Jewrovision. Auf Platz zwei landete Or Chadasch Mannheim feat. JuJuBa (97 Punkte). Das JuZe Kadima aus Düsseldorf kam mit 85 Punkten auf Platz drei.

Der ganze Abend war »spitzenklasse«, resümierte auch Daniel Botmann, Rebecca Siemoneit‐Barum fand die Bewertung unheimlich schwierig und Gil Ofarim, der zuvor noch auf der Bühne stand, gab Chasak Hamburg die zwölf Punkte.

Chasak Bling 2.0 Auch der Preis für das beste Video ging – wie im vergangenen Jahr – an das Hamburger JuZe Chasak. In Chasak Bling 2.0 lauteten die Fragen: »Wo sind denn alle Juden?« oder »Wo liegt diese Diaspora?«.

Der Abend stand unter dem Motto »United Cultures of Judaism« und das spiegelte sich auch in den Texten wider: Egal, woher man kommt, egal, welche Sprache man spricht: Eines eint alle, nämlich ihr Judentum.

»Mit ihren tollen Auftritten haben die Jugendlichen gleichermaßen die kulturellen Unterschiede und den starken Zusammenhalt der jüdischen Gemeinschaft verdeutlicht. Die Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Das ist die ermutigende Botschaft der Jewrovision«, sagte auch Zentralratspräsident Josef Schuster.

»Echad« Den Auftakt des Abends machte das Jugendzentrum »Lev echad« aus Osnabrück. Mit ihrem Titel »Wir sind Echad« legten sie die Messlatte schon ziemlich hoch.

Und das Niveau nahm nicht ab. Auch wenn vielleicht nicht bei jedem JuZe der Ton immer so genau saß: Dass sich Jugendliche überhaupt auf eine so große Bühne trauen, verdient allein schon die volle Punktzahl.

Das Jugendzentrum Emuna aus Dortmund, das sich der jüdischen Kultur widmete, oder das JuZe Jachad aus Köln, das zu Shakiras »Waka Waka« Anachnu Mischpacha – »Wir sind eine Familie« sangen –, alle Jugendzentren legten viel Herzblut in die Choreografie und viel Liebe zum Detail in die Kostüme.

Coexist – mit diesem Wort fasste der Sieger der vergangenen beiden Jahre, das JuZe Or Chadasch Mannheim feat. JuJuBa, auch das Motto des Gesang‐ und Tanzwettbewerbs zusammen. Die Jugendlichen wollten das Triple holen. Besondere Nervosität deswegen merkte man ihrem Auftritt nicht an. Zu »Mas que nada« von Sergio Mendes sangen sie »We are united«.

Kurz vor ihrem Auftritt ließ Moderator Shai Hoffman das Publikum noch Gerichte raten: Schakschuka, Gefilte Fisch oder doch lieber Sabich? Irgendwie mochten doch alle alles. »Lecker oder Gemecker« wurde aber um Längen vom vorherigen Pausenact geschlagen: Ben Salomo nahm das Publikum direkt mit nach Berlin zu »Rap am Mittwoch«. Zu seinem Song Erfolgsstory versammelte sich die »Crowd« vor der Bühne und leitete damit zum zweiten Teil des Abends über.

United Das Jugendzentrum Chai Hannover überzeugte mit einem glitzernden Beitrag »Anachnu Jehudim« und Texten wie: »Ob groß oder klein: Im Herzen sind wir alle vereint.« Die jungen Künstler des Jugendzentrums Neshama München sangen »Heute Abend sind wir hier, und zeigen, wer wir sind« in ihrer Performance »United we stand, united we dance«.

Zum ersten Mal überhaupt dabei war das JuZe Elef Drachim aus Saarbrücken feat. Trier. Elef Drachim, das übersetzt 1000 Wege heißt, sangen »Das Wort Schalom bringt uns zum Lächeln«. Nur zum Lächeln war ihr Auftritt keineswegs: Die erste Bühnenerfahrung war rundherum gelungen.

Dass selbst die Profis mal mit Herausforderungen zu kämpfen haben, moderierte Shai Hoffman charmant weg, denn eine kleine technische Panne vor dem Auftritt des Berliner JuZe Olam ließ die Halle nur leerer werden, weil sich die Jugendlichen vor und auf der Bühne versammelten, um zu den »Jewrovision Movement« zu tanzen.

Die Berliner schafften dann den Spagat zwischen Michael Jacksons »We are the World«, das sie in »We are Olam« umwandelten, und Meghan Trainors »Me too«, das bei ihnen »If I was you, I’d wanna be Jewish, too« hieß.

Special Act Da hatte es der Special Act Gil Ofarim, der durch seinen Bruder Tal unterstützt wurde, ziemlich schwer. Denn, das musste selbst der bühnenerfahrene Ofarim einräumen (»Eigentlich hätte ich Eure Vorband sein sollen«), alle jungen Künstler waren richtig gut. Und genau das feierten die Jugendlichen noch bei der After‐Show‐Party. kat

www.jewrovision.de

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