Dortmund

Jüdische Kultusgemeinde erinnert an Geiseln

Die Jüdische Kultusgemeinde Dortmund macht mit einer Installation auf dem Friedensplatz auf das Schicksal der 134 Geiseln der Hamas aufmerksam. Foto: picture alliance / Snowfield Photography

Die Jüdische Kultusgemeinde Groß-Dortmund hat am Montag an die 134 Frauen, Männer und Kinder erinnert, die sich noch immer in der Gewalt der Terrororganisation Hamas befinden. 134 Stühle auf dem Friedensplatz – einen für jede Geisel – standen von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends in der Stadt.

Die Stühle wurden mit Fotos der Betroffenen versehen. Zu ihnen gehört die jüngste Geisel der Hamas, Kfir Bibas. Der kleine Junge war neun Monate alt, als er am 7. Oktober 2023 zusammen mit seinem vierjährigen Bruder Ariel und seinen Eltern Shiri und Yarden von den Terroristen verschleppt wurde.

Ganz Israel, die jüdische Gemeinschaft weltweit und viele Nichtjuden hoffen, dass Kfir und seine Familie - trotz gegenteiliger Aussagen der Terroristen – noch am Leben sind.

Kfir Bibas ist die jüngste Geisel des palästinensischen Terrors. Auch sein Foto war in Dortmund zu sehen.Foto: picture alliance / Snowfield Photography
Nachrichten und Gesichter

Auch Fotos der 23-jährigen Romi Gonen und der anderen Geiseln waren auf Stühlen über den gesamten Platz verteilt. Auf einem Monitor wurde angezeigt, wie lange die Verschleppten bereits von der Hamas und anderen Terrorgruppen festgehalten werden. Es sind inzwischen 150 Tage.

Dortmunder und Besucher der Stadt konnten aufgrund der Aktion, die die Jüdische Kultusgemeinde in Kooperation mit der Organisation »What Matters« durchführte, die Nachrichten über die Geiseln mit deren Gesichtern verbinden.

»Uns ging es darum, der 134 Geiseln, die immer noch unter unmenschlichen Bedingungen in Geiselhaft der Hamas gehalten werden, ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu bringen – und nochmal deutlich auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen«, sagte Leonid Chraga, Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde, der Jüdischen Allgemeinen.

»Die Reaktion der Passanten war durchweg positiv«, betont Chraga. »Die Menschen kamen, um sich die Gesichter und die Namen der Entführten anzusehen. Sie kamen dabei mit uns ins Gespräch und drückten ihre Anteilnahme aus.«

Porträt der Woche

Flucht und Ankunft

Manfred Eisner erzählt vom Exil und seinem neuen Leben in einem kleinen Dorf

von Heike Linde-Lembke  24.05.2026

Ausstellung

Dynamik des Schreckens

Die Jewish Claims Conference und die Französische Botschaft in Berlin zeigen bislang verschollene Aufnahmen vom Beginn der Schoa im Vichy-Regime

von Alicia Rust  24.05.2026

München

Intensiver Austausch

Zum zweiten Mal fand in der Israelitischen Kultusgemeinde die Zusammenkunft der Europäischen Rebbetzinnen-Konferenz statt

von Vivian Rosen  24.05.2026

Erinnerung

Ein verlorener Ort der Geborgenheit

Yael Neeman sprach im Jüdischen Gemeindezentrum über das Leben im Kibbuz

von Nora Niemann  24.05.2026

Berlin

Mahnmal für zerstörte Synagoge beschmiert

Die Sachbeschädigung des Mahnmals am Lindenufer sei am Mittwochmorgen über die Internetwache der Polizei Berlin angezeigt worden

 21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Schawuot

Alles Käse

Ob Oreo-Cheesecake, israelischer Käsekuchen oder Napoleon-Torte: Familien verraten ihre Lieblingsrezepte und erzählen, warum milchige Desserts zum Fest unverzichtbar sind

von Christine Schmitt  21.05.2026