Thüringen

Jüdische Gemeinde schockiert von CDU-Vorstoß

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen Foto: dpa

Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen und die Veranstalter des Festivals Yiddish Summer Weimar haben vor einer Zusammenarbeit der CDU mit der AfD gewarnt. »Wir appellieren an die CDU Thüringen, einen solchen Tabubruch nicht zu begehen und den guten, weltweiten Ruf Thüringens als Heimat jüdischen Lebens und kreativer, impulsgebender jüdischer und jiddischer Kultur nicht aufs Spiel zu setzen«, heißt es in einer am Dienstagabend in Erfurt verbreiteten Erklärung.

Man sei vom Aufruf diverser Thüringer CDU-Politiker, die ergebnisoffene Gespräche mit der AfD bezüglich der Bildung einer Landesregierung wollten, schockiert. Vielfalt, kulturelle Pluralität, Toleranz, Offenheit und internationale Zusammenarbeit seien genauso wie Schutz und Förderung kultureller und religiöser Minderheiten die Leitmotive ihrer Arbeit.

WEIMAR Sie stünden diametral den nationalistischen und rassistischen Forderungen der AfD gegenüber, erklären die Unterzeichner der Erklärung. Zu ihnen gehören der Vorsitzende der Landesgemeinde Reinhard Schramm und für den Yiddish Summer Alan Bern, Katrin Füllsack und Andreas Schmitges vom Vorstand des Trägervereins Other Music Academy.

Zuvor hatte bereits der Zentralrat der Juden die Forderung mehrerer Thüringer CDU-Politiker kritisiert, in Anbetracht der schwierigen Landtagswahlergebnisse offen auch für Gespräche mit der AfD zu sein. «Die Thüringer CDU-Kommunalpolitiker, die gesprächsoffen für die AfD sein wollen, handeln verantwortungslos. Denn sie tragen dazu bei, die AfD weiter salonfähig zu machen», sagte Zentralratpräsident Josef Schuster.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Schuster forderte von der Landes-CDU, «sich aktiv am Gesprächsprozess mit ALLEN demokratisch gewählten Parteien im Thüringer Landtag (zu) beteiligen». Dabei wird eine förmliche Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch der AfD ausgeschlossen, so wie es ein Bundesparteitag ausgeschlossen hat.

Nach der Landtagswahl am 27. Oktober und dem Verlust der rot-rot-grünen Mehrheit im Landtag zeichnet sich in Thüringen noch keine neue Regierungsmehrheit ab. CDU-Landesvize Michael Heym forderte vorige Woche von seiner Partei, auch mit der AfD Gespräche aufzunehmen. Dafür erntete er bundesweite Kritik. Mit einem »Appell konservativer Unionspolitiker« unterstützen Heym jetzt 17 Thüringer Parteifreunde, darunter ein ehemaliger Landrat und ein Landtagsabgeordneter.  epd/ja

Salomon Korn

»Es muss personelle Konsequenzen geben«

Jüdische Gemeinde Frankfurt und Landesverband sprachen mit Kunstministerin Angela Dorn über den documenta-Skandal

 01.07.2022

Sachsen

Polizei und jüdische Gemeinden kooperieren

Engere Zusammenarbeit im Kampf gegen Antisemitismus – zentraler Punkt ist Unterstützung bei Aus- und Fortbildung

 30.06.2022

Dessau

Eröffnung der Synagoge verzögert sich

Ursprünglich sollte das Gotteshaus bis Rosch Haschana fertiggestellt werden

 30.06.2022

Studie

Übergriffe auf jüdische Friedhöfe werden untersucht

Bundesweit werden dafür die Schäden und die materiellen wie immateriellen Folgen erfasst

 30.06.2022

München

Olympia 1972, Emigration, Paul Ben-Haim

Meldungen aus der IKG

 30.06.2022

Jakobsplatz

Gute Nachbarschaft

Die IKG feierte mit rund 1500 Besuchern ihr traditionelles Sommerfest

von Miryam Gümbel  30.06.2022

Chuppa

Liebe in Zeiten des Krieges

Eliza Chaya und Gabriel sind aus Odessa geflüchtet. Nun haben die beiden in Berlin geheiratet

von Christine Schmitt  30.06.2022

Bagrut

Auf ins Leben

Schüler der Lauder Tichon haben das israelische Abitur abgelegt – eine Premiere in Deutschland

von Christine Schmitt, Katrin Richter  30.06.2022

Frankfurt

Den Kindern etwas Gutes tun

Die WIZO konnte bei ihrer Spenden-Gala mehr als 520 Patenschaften verbuchen

von Eugen El  30.06.2022