Gemeindetag

Joggen vor dem Frühstück

Das Hotline-Telefon zum Gemeindetag des Zentralrats klingelt ohne Unterlass. Eigentlich ist das Rosch-Haschana-Special am 31. Oktober abgelaufen und das große Event für die Gemeindemitglieder vom 8. bis 11. Dezember ausgebucht, »aber wir haben verlängert«, sagt Cheforganisatorin Beatrice Loeb. »Es wurden Wartelisten angelegt. Es kann immer einmal jemand krank werden, die Zahlung oder die Bestätigung durch die Gemeinde nicht eingehen. Dann können weitere Interessenten nachrücken«, gibt sie jenen Hoffnung, die sich vielleicht noch nicht entschieden haben oder jetzt erst aus dem Herbsturlaub zurückgekommen sind.

1000 Gäste Der Zentralrat der Juden hat damit schon jetzt sein ambitioniertes Ziel, mehr als 1000 Gemeindemitglieder nach Berlin einzuladen, erreicht. Ein schöner Erfolg, auf dem sich die Mitarbeiter kaum ausruhen können, denn jetzt müssen sie die Anmeldebestätigungen verschicken. Gleichzeitig werden auch die Listen für die Workshops und Sightseeings zugesendet. Hier kann jeder seine Präferenzen eintragen. Damit nicht einige Angebote überbucht und andere nicht stattfinden können, müssen die potenziellen Teilnehmer ihre Wunschliste angeben. Ist ein Workshop, eine Veranstaltung voll, bittet das System automatisch um alternative Angaben.

90 Prozent aller Referenten sind schon fest gebucht, verrät Loeb weiter. »Einige hatten darum gebeten, sich erst nach den Herbstferien entscheiden zu können. Auf deren Antwort warten wir noch.« Beatrice Loeb freut sich über das überwältigende Interesse. »Viele sagen, das ist wie vier Tage Urlaub«, wissen auch andere Mitarbeiter, die solche Aussagen aus ihren Gemeinden gehört haben.

Dr. Ruth Von Themen wie Politik, Familienentwürfe über prominente Musiker bis zu Entspannungsübungen bietet der Gemeindetag ein umfangreiches Programm. Für ein Highlight des Gemeindetags, den Auftritt der deutsch-amerikanische Sexualtherapeutin und Sachbuchautorin Dr. Ruth Westheimer müssen sich die Gäste jedoch nicht anmelden. Diese Veranstaltung findet im großen Saal statt, sodass alle daran teilnehmen können.

Für die ganz Sportlichen bietet Rabbiner Shlomo Afanasev, der auch als Maschgiach fungiert, noch etwas ganz Besonderes an: Jogging vor dem Frühstück. Auch hierfür müssen sich die Teilnehmer nicht anmelden. »Das machen wir dann vor Ort«, sagt Loeb.

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Porträt der Woche

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

von Christine Schmitt  25.10.2026

Jubiläum

Brücke nach Israel

TAMAD feiert 25 Jahre Freundschaft und kulturellen Dialog mit dem jüdischen Staat

von Luis Gruhler  25.10.2026

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026

Würdigung

Bayerischer Walk of Fame

Zwei Lebensgeschichten, ein gemeinsames Zeichen: Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern werden für ihr Engagement geehrt

von Luis Gruhler  23.10.2026

München

Auf eine Maß mit Lion Feuchtwanger

Ein neu gegründeter Stammtisch erinnert an ein Stück vergessener jüdisch-bayrischer Tradition. Ein Ortstermin

von Leon Stork  22.10.2026

Mode

Sieben Jahre Prada

Diane Bouccara erlebte als Managerin die Welt der Haute Couture bis zur Selbstaufgabe – ehe sie durch ihre Teschuwa zum orthodoxen Judentum fand

von Alicia Rust  22.10.2026

Fotografie

Nordisch by Nature

Der Fotograf Kay Michalak hat für sein neues Buch Jüdinnen und Juden aus norddeutschen Gemeinden porträtiert. Es sind Momente der Begegnung, die die Vielstimmigkeit des jüdischen Lebens zeigen

 21.10.2026