Hamburg

Jetzt gehen wir wieder ins »Drucker«

Privattheater bekommt seinen alten Namen zurück

von Gabriela Fenyes  30.05.2011 17:37 Uhr

Neue Fassade: Das St. Pauli-Theater mit dem Zusatz »Ehemals Ernst Drucker Theater« Foto: Gesche M. Cordes

Privattheater bekommt seinen alten Namen zurück

von Gabriela Fenyes  30.05.2011 17:37 Uhr

Das älteste deutsche Privattheater feierte am 30. Mai in Hamburg seinen 170sten Geburtstag. Aus diesem Anlass bekam das St. Pauli Theater jetzt seinen alten Namen zurück. Die neue Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler enthüllte den goldenen Namenszug. Jetzt heißt das auf dem Spielbudenplatz, gleich neben der bekannten Hamburger David-Wache gelegene Traditionshaus St. Pauli Theater – ehemals Ernst Drucker Theater.

Der legendäre Theaterleiter Ernst Drucker (1855-1918) machte aus dem Theater einen Amüsierschuppen und gab ihm 1895 seinen Namen. Wer richtig lachen wollte, ging abends ins »Drucker« und sah sich volksnahe Stücke in breitem Hamburgisch oder auf Plattdeutsch an. Aufführungen wie Familie Eggers oder eine Hamburger Fischfrau – bekannt unter Thetje mit die Utischten – oder Die Zitronenjette feierten hier große Publikumserfolge.

Uraufführungen Aber auch Sittenstücke mit dem reißerischen Titel wie Lolottens Strumpfband, oder Aufführungen so anspruchsvoller Autoren wie Henrik Ibsens Hedda Gabler wurden im Ernst Drucker Theater im April 1898 erstmals in Hamburg aufgeführt.

1941, zum 100. Geburtstages des Theaters, erzwangen die Nationalsozialisten die Namensänderung, weil Drucker Jude war. Die jetzige Rückbennung wurde von Peter Hess, bekannt als Hamburger Initiator der Aktion »Stolpersteine« initiert. Jürgen Sielemann, ehemals Archivar des Hamburger Staatsarchvis, hatte die Geschichte der Familie Drucker akribisch erforscht. Nach nunmehr fünf Jahren haben die beiden Männer ihr Ziel erreicht: die Besinnung auf den alten Namen. Das Theater, in dem man auch heute noch gut unterhalten wird, leiten Thomas Collien und Regisseur Ulrich Waller.

Sportcamp

Tage ohne Sorge

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und Makkabi luden traumatisierte Kinder aus Israel ein

von Christine Schmitt  18.04.2024

Thüringen

»Wie ein Fadenkreuz im Rücken«

Die Beratungsstelle Ezra stellt ihre bedrückende Jahresstatistik zu rechter Gewalt vor

von Pascal Beck  18.04.2024

Berlin

Pulled Ochsenbacke und Kokos-Malabi

Das kulturelle Miteinander stärken: Zu Besuch bei Deutschlands größtem koscheren Foodfestival

von Florentine Lippmann  17.04.2024

Essay

Steinchen für Steinchen

Wir müssen dem Tsunami des Hasses nach dem 7. Oktober ein Miteinander entgegensetzen

von Barbara Bišický-Ehrlich  16.04.2024

München

Die rappende Rebbetzin

Lea Kalisch gastierte mit ihrer Band »Šenster Gob« im Jüdischen Gemeindezentrum

von Nora Niemann  16.04.2024

Jewrovision

»Ein Quäntchen Glück ist nötig«

Igal Shamailov über den Sieg des Stuttgarter Jugendzentrums und Pläne für die Zukunft

von Christine Schmitt  16.04.2024

Porträt der Woche

Heimat in der Gemeinschaft

Rachel Bendavid-Korsten wuchs in Marokko auf und wurde in Berlin Religionslehrerin

von Gerhard Haase-Hindenberg  16.04.2024

Berlin

Zeichen der Solidarität

Jüdische Gemeinde zu Berlin ist Gastgeber für eine Gruppe israelischer Kinder

 15.04.2024

Mannheim

Polizei sucht Zeugen für Hakenkreuz an Jüdischer Friedhofsmauer

Politiker verurteilten die Schmiererei und sagten der Jüdischen Gemeinde ihre Solidarität zu

 15.04.2024