Tourismus

In Halle 23 scheint die Sonne

Fröhlich und farbenfroh präsentiert sich das Urlaubsland Israel. Foto: Marco Limberg

Israel wirbt mit Sonne, Strand, Meer und den schönsten Sehenswürdigkeiten. Auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) präsentiert sich das Heilige Land noch bis Sonntag auf 700 Quadratmetern in Halle 23.

Mehr als 40 Aussteller sind dazu aus Israel angereist, sagt Ami Tzubery vom Staatlichen Israelischen Verkehrsbüro in Berlin. Bis einschließlich Freitag ist die ITB nur für Fachbesucher geöffnet, ab Samstag dann auch für Jedermann. Bei denen, also den potenziellen Gästen, will man einen guten Eindruck hinterlassen. Deshalb müsse immer wieder etwas Neues geboten werden: Wandern, Fahrrad-, Wüsten-, und Sporttouren zum Beispiel. Am Sonntag um 11 Uhr versteigert das Staatliche Israelische Verkehrsbüro Flüge und Übernachtungen. Der Erlös wird an die Arche Berlin gehen, dem christlichen Kinder- und Jugendwerk, das sich um benachteiligte Menschen kümmert. Musik, Theater und israelische Spezialitäten sollen die Besucher neben touristischen Angeboten in Halle 23 locken.

Zur führenden Messe der weltweiten Reiseindustrie werden rund 100.000 Fach- und 70.000 Privatbesucher erwartet. Unter ihnen zahlreiche jüdische Touristikexperten aus Israel und anderen Ländern.

Koscheres Für sie fährt Michael Bleiberg täglich mehrmals zur Messe, um koscheres Frühstück und Lunchpakete zu liefern. Allerdings halte er sich dort nicht lange auf, Zeit zum Umschauen bleibt da nicht, sagt er. Denn es gibt im »Café Bleiberg« genügend zu tun. Und auch die Zimmer der Pension sind komplett ausgebucht.

Alles ausgebucht, das meldet auch das Hotel Château, ein Vier-Sterne-Haus in der Knesebeckstraße, das israelische Besitzer hat. Geschäftsführer Bruno Weber möchte die ITB nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen und die Hotels der Gruppe – drei in Berlin, je eines in Frankreich und in Österreich – noch bekannter zu machen.

Auch Peter Zweig vom Reisebüro Konstanzer will sich auf der Messe umschauen. Das Reisebüro gilt als Spezialist für Israel- Reisen. Bei der jüdischen Gemeinde sei es genauso bekannt wie auch bei christlichen Organisationen. Ob Linien- oder Charterflüge nach Tel Aviv, ob preiswerte Jugendherbergen oder exklusive Hotels, Peter Zweig und seine Mitarbeiter können weiterhelfen. Er ist gespannt, was es an Neuigkeiten gibt. Beispielsweise will er die Vertreter der israelischen Fluggesellschaft EL AL treffen, die mit neuen Flugzeiten aufwarten.

Obwohl die Stadt voll ist mit ausländischen Gästen, hat Sue Arns, Stadtführerin mit Schwerpunkt »jüdisches Berlin«, bislang keinen zusätzlichen Auftrag bekommen. Bisher habe sie ehrenamtlich bei der ITB den Stand des Berliner-Guide-Verbandes betreut, doch in diesem Jahr ist ihr das nicht leider möglich.

Jüdisches »Ich werde die Messe an zwei Tagen besuchen«, sagt Gabriele Noa Lerner. Allerdings sei ihr Unternehmen »Milk und Honey Tours. Discover Jewish Europe!« nicht mit einem eigenen Stand vertreten. »Unsere Kunden sind überwiegend Amerikaner«, sagt sie, »und die sind auf der ITB weniger präsent«. Dennoch interessiert sie sich für neue mögliche Kooperationspartner. »Wir sind zum Beispiel immer auf der Suche nach Städten, in denen man in jüdischer Hinsicht mehr machen könnte.« Sie will sich in verschiedenen Hallen umschauen, auch und vor allem am Stand der Balearen. Lerner stellt dort ihre neue Broschüre »Palma de Mallorca und seine jüdische Geschichte« vor.

Religiöses Mit einem ganz anderen Angebot ist Rabbiner Yehuda Teichtal auf der ITB unterwegs. »Ich werde durch alle Hallen gehen, Menschen treffen, Tefillin legen, Gespräche führen, Fragen beantworten.« Immer wieder mache er dabei mit Juden aus aller Welt Zufallsbekanntschaften, darunter sogar vor ein paar Jahren mit einem mittelamerikanischen Tourismusminister jüdischen Glaubens. Teichtal erzählt, dass sich schon vor der ITB verschiedene Aussteller und Fachbesucher im Jüdischen Bildungszentrum telefonisch oder per Mail gemeldet hätten. »Da geht es um Gottesdienstzeiten, koschere Restaurants und andere Fragen.«

Nach dem Wetter wird sich wohl niemand erkundigen: Bekanntermaßen präsentiert sich die Stadt zur ITB fast in jedem Jahr recht frostig. Entsprechend haben die Fluggesellschaft EL AL, das israelische Tourismusministerium und die Hotelvereinigung von Eilat rund 500 Gäste zu einem »Chillout« am Mittwochabend eingeladen, unter dem Motto: »Der Winter will nicht gehen? Kommen sie nach Eilat!«. Der Slogan macht Lust auf Urlaub: Denn während zu Beginn der Messe in Berlin Höchsttemperaturen von 4 Grad gemessen wurden, waren es in der israelischen Stadt am Roten Meer sonnige 34 Grad.

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