Masel Tov

Immer der Jüngste

Josef Schuster: »Frag’ nicht immer, was die Gemeinde für dich tut, frag’, was du tun kannst.« Foto: Gregor Zielke

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, feiert an diesem Donnerstag seinen 60. Geburtstag. Schuster wurde 1954 in eine sehr bodenständige Familie hineingeboren. Zur Welt kam Schuster zwar in Haifa, doch schon zwei Jahre später zog die Familie nach Deutschland zurück. Mit dem Land verbindet die Schusters ein 450 Jahre währende Familiengeschichte.

Nachdem Vater David Schuster sich intensiv in der jüdischen Gemeinschaft engagierte, blieb dem Sohn – auch aus innerer Überzeugung – gar nichts anderes übrig, als dies ebenfalls zu tun. Jossi, wie ihn seine Freunde noch aus Studentenzeiten nennen, engagierte sich 1975 bis 1984 im Vorstand des Bundes jüdischer Jugend (BJJ).

Gemeinde 1998 trat der promovierte Internist mit eigner Praxis in die Fußstapfen seines Vaters und wurde zum Präsidenten der Israelitische Kultusgemeinde Würzburg gewählt. Dem Präsidium des Zentralrats gehört der zweifache Vater seit 1999 an, damals als jüngstes Präsidiumsmitglied. Seit 2010 amtiert Schuster als Vizepräsident des Zentralrats. Neben Dieter Graumann und Salomon Korn ist er – auch hier – der Jüngste unter den Dreien an der Spitze.

Schusters Stimme wie etwa in Fragen der Bioethik oder bei der Beschneidungsdebatte ist immer wieder gefragt. Seine Lebensprämisse: »Frag’ nicht immer, was die Gemeinde für dich tut, frag’, was du tun kannst«, beschreibt am besten seinen eigenen Charakter: zupackend, rücksichtsvoll und uneitel. Auch um seinen 60. Geburtstag macht er nach außen hin nicht viel Aufhebens. Seine Freunde kennen das Datum, das reicht ihm.

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026