Veranstaltungen

Im Namen der Opfer

Vor einem Jahr: Israels Staatspräsident Schimon Peres spricht im Deutschen Bundestag. Foto: dpa

Vor 15 Jahren hat Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus proklamiert und zum Feiertag erhoben. Der damalige Bundespräsident hatte mit Bedacht den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gewählt. Eine breite Öffentlichkeit begeht diesen Tag seitdem jährlich mit verschiedenen Veranstaltungen.

In diesem Jahr tut sich dabei die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden besonders hervor. Ein ganzes Veranstaltungsbündel präsentiert sie, an dem sich auch die jüdische Gemeinde beteiligt. »Gedenken – Bedenken« ist das Konzert von Monica Gutman und Stephan Breith am 23. Januar überschrieben. Im Festsaal des Rathauses spielen sie ab 19 Uhr Werke von Komponisten, die wegen ihrer jüdischen Herkunft durch totalitäre politische Systeme in ihrer Rezeption gebrochen wurden.

filme Am 26. Januar zeigt die Caligari Filmbühne Wiesbaden, Marktplatz 9, in einer Vorschau den Film von Roselyne Bosch: Die Kinder von Paris. Der Film thematisiert die Massenverhaftung der Pariser Juden im Juli 1942. Neben Regisseurin und Produzent ist die Zeitzeugin Trude Simonsohn zu der Vorführung eingeladen. Bundesweit startet der Film am 10. Februar.

Fritz Bauer: Tod auf Raten ist ebenfalls ein Film. In Form eines Mosaiks stellte Regisseurin Ilona Ziok Archivmaterial, Aussagen von Freunden, Verwandten und Mitstreitern des Richters und Staatsanwalts zusammen. Gezeigt wird er am 27. Januar um 19.30 Uhr im Wigbertsaal des Altenzentrums Hospital in Bad Hersfeld.

Konzerte Die Jüdische Gemeinde Dresden ruft zu einem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf. Die Veranstaltung ist am 27. Januar um 12 Uhr an der Gedenktafel an der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt. Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik in Hannover lädt zu einem Konzert in die Marktkirche ein. Auf dem Programm stehen das Requiem von Gabriel Fauré, Enosch K’chozir jomov von Louis Lewandowski und Werke der jüdischen Liturgie. Die Leitung hat Andor Izsák. Es sprechen Superintendent Hans-Martin Heinemann, Regionalbischöfin Ingrid Spieckermann und Domkapitular Propst Martin Tenge.

In Hermannsburg im Kreis Celle spricht die FDP-Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen unter dem Thema »Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt« am 27. Januar um 19.30 im Ludwig-Harms-Haus, Harmsstraße 2 über die Rettung verfolgter Juden in der NS-Zeit.

szenen Die Bürger der Stadt Leipzig gedenken am 27. Januar um 14.30 Uhr an der Erinnerungsstätte Abtnaundorf der NS-Opfer. Ein Shuttle-Bus startet um 14 Uhr am Haupteingang des Neuen Rathauses. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen in Lohheide bietet am 27. Januar Führungen durch das Dokumentationszentrum am Anne-Frank-Platz an. Sie finden um 11, 12 und 13 Uhr statt. Der Landtag Brandenburg und die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg erinnern am 27. Januar gemeinsam an die Opfer der Krankenmordaktion »14 f 13« in Sachsenhausen. Nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Günter Morsch werden die wissenschaftliche Mitarbeiterin Astrid Ley einen Einführungsvortrag halten und Schüler der Potsdamer Gesundheitsberufsschule eine szenische Lesung veranstalten.

Das Emil-Frank-Institut und das Kulturamt der Stadt Wittlich stellen am 27. Januar um 19 Uhr das Buch: Joseph Feiner – ein jüdischer Lehrer aus Wittlich. Stationen eines bewegten Lehrerlebens von Franz-Josef Schmidt vor. Der Vortrag des Autors, in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge, Himmeroderstraße 44, wird begleitet von Lesungen aus Texten von Joseph und Hertha Feiner durch Elke Scheid und Hermann Hillebrand sowie musikalisch umrahmt von Olga Bobrowski.

Erfurt

Jüdisch-Israelische Kulturtage in Thüringen eröffnet

Die diesjährigen Jüdisch-Israelischen Kulturtage bringen israelische Kultur nach Thüringen und setzen mit Konzerten, Lesungen und Debatten ein Zeichen gegen Antisemitismus. Die Eröffnung stand im Zeichen der aktuellen Kämpfe im Nahen Osten

 06.03.2026

Forschungsprojekt

Hochschule für Jüdische Studien will Schüler handlungsfähig machen

Antisemitischer Hass ist im Netz allgegenwärtig. Ein neues Projekt erforscht jetzt linken Judenhass - und befähigt Schüler, der Hetze entgegenzutreten. Entscheidend dabei: Medienkompetenz und historisches Wissen

von Volker Hasenauer  06.03.2026

Hamburg

Jüdische Zukunft an der Elbe

Debattieren, begegnen und einander stärken: Mehr als 400 junge Erwachsene setzten beim Jugendkongress ein Zeichen

von Joshua Schultheis, Mascha Malburg, Moritz Piehler  05.03.2026

Berlin

Jüdisches Krankenhaus sucht weiter nach neuem Träger

Das insolvente Jüdische Krankenhaus Berlin soll zunächst weiter in Eigenverwaltung saniert werden. Der Krankenhausbetrieb wird in dieser Zeit in vollem Umfang aufrechterhalten

 05.03.2026

Reaktionen

Zwischen Sorge und Hoffnung

Jüdinnen und Juden mit iranischen Wurzeln verfolgen intensiv die Nachrichten – sie bangen mit den Israelis und hoffen, eines Tages wieder in den Iran reisen zu können. Wir haben uns umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  04.03.2026

Thüringen

Doppelkonzert eröffnet Jüdisch-Israelische Kulturtage

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern

 04.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

München

Verbunden aus Überzeugung

Die IKG ehrte Personen, die sich für die jüdische Gemeinschaft einsetzen

von Esther Martel  04.03.2026

Bedrohung

»Abstrakte Gefährdungslage«

Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die jüdischen Gemeinden in Deutschland alarmiert. Zugleich geht der Zentralrat davon aus, dass der Kampf gegen die Mullahs langfristig Sicherheit schafft

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