Jüdischer Friedhof Worms

Historische Grabsteine beschmiert

Der jüdische Friedhof in Worms gilt als der älteste an Ort und Stelle erhaltene in Europa. Foto: dpa

Auf dem mittelalterlichen jüdischen Friedhof »Heiliger Sand« in Worms sind aus bislang unbekannten Gründen etliche historische Grabsteine mit Farbe beschmiert worden.

Die offenbar verhaltensauffällige Täterin sei noch vor Ort aufgegriffen worden, teilte das Mainzer Polizeipräsidium am Freitag mit. »Momentan gehen wir nicht von einem politischen Hintergrund aus«, sagte eine Sprecherin.

Ausmaß Nach Auskunft der Wormser Stadtverwaltung wurden möglicherweise 50 bis 100 Grabsteine im ältesten Teil des Friedhofs bei der Farbattacke durch die Friedhofsbesucherin in Mitleidenschaft gezogen. Da die benutzte Farbe der natürlichen Patina auf den Steinen ähnelt, könne das Ausmaß der Schäden noch nicht genau benannt werden.

Bislang sei nicht klar, wie die Schmierereien wieder entfernt werden könnten, ohne die historisch wertvollen Steine zu beschädigen, erklärte der Wormser Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (CDU).

Schließung Fachleute der rheinland-pfälzischen Landesdenkmalpflege sollen nun über das weitere Vorgehen entscheiden. Der »Heilige Sand« bleibt zunächst mindestens bis zum 15. Juli für Besucher geschlossen.

Rheinland-Pfalz bemüht sich seit vielen Jahren darum, dass das mittelalterliche jüdische Erbe der Städte Mainz, Worms und Speyer in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wird. Der »Heilige Sand« spielt als ältester erhaltener jüdischer Friedhof in situ in Europa dabei eine zentrale Rolle. Mit seinen rund 2500 Grabsteinen gilt er als einzigartig, weil auf dem Gelände vom 11. bis ins frühe 20. Jahrhundert durchgängig Bestattungen vorgenommen wurden. epd

Festakt

»Ein Grund zur Freude und Dankbarkeit«

Zsolt Balla ist in der Leipziger Synagoge feierlich in das Amt des ersten Militärbundesrabbiners eingeführt worden

 21.06.2021 Aktualisiert

Berlin

Schoa-Überlebende Friedländer erhält Jeanette-Wolff-Medaille

Die Auszeichnung wird ihr am Sonntag im Rahmen der Eröffnungsfeier der Berliner »Woche der Brüderlichkeit« verliehen

 21.06.2021

Extremismus

»Es ist eine historische Verantwortung«

Balla wird der erste Militärrabbiner seit 100 Jahren beim deutschen Militär - und meldet sich nun auch politisch zu Wort

 21.06.2021

Interview mit jüdischem Soldaten

»Ein gutes Zeichen an die Gesellschaft«

Hauptbootsmann Konstantin Boyko über Militärrabbiner, seelischen Beistand und Schabbatfeiern

von Katrin Richter  21.06.2021

Brandenburg

Vertrag für neue Synagoge unterzeichnet

Potsdam soll bis 2024 eine neue Synagoge für die jüdischen Gemeinden der Stadt bekommen

 21.06.2021 Aktualisiert

Porträt

Rabbiner mit Bassgitarre

Schon mit seiner Familie lebte Zsolt Balla zeitweise auf Militärbasen in Ungarn, weil sein Vater Oberleutnant war

von Leticia Witte  21.06.2021

Potsdam

Ein weiterer Schritt nach vorn

Heute wird die Vereinbarung zum Bau der neuen Synagoge unterschrieben

 21.06.2021

Jewrovision

Videos und Show

Ein Sonntagnachmittag mit den Vorstellungsclips der Jugendzentren und der Frage: Findet die Jewro 2022 statt?

 20.06.2021

Tempelhof

Kopfsprung in die Geschichte

Das neue Multifunktionsbad im Bezirk soll nach Helene Lewissohn benannt werden – der Besitzerin des ehemaligen Seebads Mariendorf

von Christine Schmitt  20.06.2021