Weimar

»Hier lebe ich weiter«

Die ehemalige Buchenwald-Gefangene Eva Fahidi-Pusztai aus Ungarn bei der Gedenkfeier. Foto: dpa

In der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar ist am Sonntag im Beisein von etwa 40 ehemaligen Häftlingen die neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers eröffnet worden. Unter dem Leitgedanken »Ausgrenzung und Gewalt. Buchenwald 1937 bis 1945« werden auf 2000 Quadratmetern Fotos, Dokumente und Interviews sowie Objekte und Erinnerungsstücke ehemaliger Gefangener präsentiert.

Bertrand Herz, der Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, sagte, die neue Dauerausstellung sei darauf angelegt, die Besucher zum Nachdenken anzuregen. »Sie sollten verstehen, dass ein Regime, das die Menschenrechte abschafft, in jedem Land an die Macht gelangen kann, dessen Bürger sich ihnen gegenüber gleichgültig verhalten.« Die Überlebende Eva Fahidi-Pusztai aus Ungarn sagte: »Das ist meine Ausstellung. Hier lebe ich weiter.«

Grauen Als eine »Annäherung an das Unfassbare« bezeichnete Kulturministerin Monika Grütters (CDU) die Ausstellung. »Sie beschränkt sich nicht auf das Grauen des Lageralltags, sondern widmet sich auch der erschreckenden, Normalität von Konzentrationslagern als Teil des gesellschaftlichen Alltags im nationalsozialistischen Deutschland«, sagte sie.

Das KZ auf dem Ettersberg bei Weimar wurde 1937 eingerichtet. Nach neuen Erkenntnissen waren im Lager bis zu seiner Befreiung am 11. April 1945 fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang die Häftlinge zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Buchenwald das größte KZ im Deutschen Reich. Mehr als 56.000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Jedes Jahr werden in der KZ-Gedenkstätte etwa 500.000 Besucher gezählt. epd

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