Fussball

Harte Strafen für den 1. FC Neukölln

Foto: Thinkstock

Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes hat einen Spieler vom Fußballverein 1. FC Neukölln in der Verhandlung gegen den TuS Makkabi Berlin wegen antisemitischen Verhaltens schuldig gesprochen und für zehn Spiele auf Bewährung gesperrt. Darüber hinaus sieht es das Gericht als erwiesen an, dass wegen Messer-Morddrohungen seitens des Kickers mit mutmaßlich arabischen Wurzeln ein Abbruch des Kreisliga-Matches gegen den jüdischen Verein am 18. Oktober notwendig war.

Das Gericht erklärte zudem in seinem Urteil, dass der Spieler mit seinen Äußerungen sehr wahrscheinlich bewusst auf die sogenannte Messer-Intifada in Israel angespielt hat. Diese Annahme liege nahe, so das Gericht weiter, da der Spieler gewusst haben müsse, dass es sich bei Makkabi um einen jüdischen Verein handelt. Das Gericht sah es in diesem Zusammenhang auch als relevant an, dass ein Neukölln-Spieler ein T-Shirt mit der Aufschrift »I Love Palestine« bei der Begegnung trug.

Faustschlag Ein weiterer Spieler des Neuköllner Vereins wurde vom Sportgericht für zwölf Spiele gesperrt, die Strafe wurde ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er einen Kicker des jüdischen Vereins mit einem Faustschlag verletzt hatte. Vor dem Sportgericht gestand er seinen Fehler ein und entschuldigte sich bei dem Makkabäer. Nicht zutreffend ist es nach Einschätzung des Gerichts, dass ein weiterer Neuköllner Spieler denselben Makkabi-Kicker auch mit einem Kopfstoß attackiert habe.

Wegen des antisemitischen Verhaltens werden dem 1. FC Neukölln als Strafe drei Punkte abgezogen. Darüber hinaus wird der Klub zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 500 Euro verurteilt und muss zudem für die Prozesskosten aufkommen. Das Spiel vom 18. Oktober wird als Sieg von Makkabi in Höhe von 6:0 gewertet.

In der kommenden Woche wird das Urteil den beiden Vereinen in schriftlicher Form zugestellt. Beide Klubs können dann innerhalb einer Frist von 14 Tagen entscheiden, ob sie die Gerichtsentscheidung annehmen oder in Berufung gehen und die nächsthöhere Instanz der Sportgerichtsbarkeit anrufen.

Meteor Ein ähnlicher Vorfall bei einem Spiel vom TuS Makkabi Berlin liegt nur wenige Wochen zurück. Erst Ende August war die dritte Makkabi-Mannschaft beim Kreisliga-Spiel gegen den BFC Meteor 06 Opfer antisemitischer Beleidigungen geworden.

Das erst neu gegründete Team, das in der untersten Klasse am Spielbetrieb teilnimmt, wurde während des gesamten Spiels gegen den BFC Meteor 06 III judenfeindlich beleidigt. »Wegen erwiesener rassistischer Verfehlungen in mindestens einem Fall« bestrafte das BFV-Sportgericht Meteor und sperrte den betreffenden Spieler bis 2017. ja

Porträt der Woche

»Ich bin für andere da«

Shterna Wolff leitet das Jugendzentrum in Hannover und arbeitet rund um die Uhr

von Christine Schmitt  28.01.2023

27. Januar

»Verantwortung annehmen«

Charlotte Knobloch über ihre Gedenkrede im Bundestag 2021, Erinnerungsarbeit an Schulen und Vertrauen in die junge Generation

von Stefanie Witterauf  26.01.2023

Gedenken

Von Routine keine Spur

Insgesamt 100.000 Stolpersteine wird Gunter Demnig in diesem Frühjahr verlegt haben

von Carina Dobra  26.01.2023

Berlin

Ein kurzes Leben

Marianne Cohn rettete 200 jüdische Kinder

von Christine Schmitt  26.01.2023

Margot Friedländer

»Hier bin ich geboren, hier werde ich sterben«

Die Holocaust-Überlebende und Ehrenbürgerin Berlins wurde am Montag ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  26.01.2023

Jubiläum

Mehr als Einwanderung

Auch nach 90 Jahren ist die Jugend-Aliyah noch aktiv. Ein deutscher Verein unterstützt das Hilfswerk

von Joshua Schultheis  26.01.2023

Soziale Medien

Sprache der Jugendlichen

Wie TikTok an die Schoa erinnern möchte

von Ralf Balke  26.01.2023

»We Remember«

Zuhören und fragen

Berliner Schülerinnen und Schüler im Gespräch mit Zeitzeugen

von Katrin Richter  26.01.2023

Song Contest

Luftsprünge vor Glück

Die Jewrovision startet im Mai – und die jungen Tänzer und Sänger sind schon voller Vorfreude

von Christine Schmitt  26.01.2023