Judenhass

Hamas-Terror: Steinmeier-Appell an Araber in Deutschland

Steinmeier am Mittwoch bei einer Diskussion mit dem Titel »Krieg in Nahost: Für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland!« Foto: picture alliance/dpa

Angesichts judenfeindlicher Demonstrationen in Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die hier lebenden Menschen mit palästinensischen und arabischen Wurzeln dazu aufgerufen, auf Distanz zur Terrororganisation Hamas zu gehen.

»Lassen Sie sich von den Helfershelfern der Hamas nicht instrumentalisieren«, sagte er am Mittwoch in Berlin bei einem Runden Tisch. »Sprechen Sie für sich selbst. Erteilen Sie dem Terror eine klare Absage.«

Die palästinensische Gemeinschaft in Deutschland solle Raum haben, um ihren Schmerz und ihre Verzweiflung über die zivilen Opfer in Gaza zu zeigen und mit anderen zu teilen. »Das Recht, das öffentlich und friedlich zu tun, ist von unserer Verfassung garantiert - und dieses Recht steht nicht infrage«, betonte Steinmeier. »Aber Terrorismus, Volksverhetzung und der Aufruf zur Vernichtung des Staates Israel sind nicht Teil dieser Garantie, und ich erwarte, dass wir gemeinsam dagegenhalten.«

Der Bundespräsident äußerte sich zum Auftakt des Runden Tisch-Gesprächs zum Thema »Krieg in Nahost: Für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland!«. Dazu hatte er Menschen ins Schloss Bellevue eingeladen, »die für ein Zusammenleben ohne Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit stehen«, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Weitere Gespräche dieser Art sollen folgen, hieß es.

Zu den Eingeladenen zählten neben anderen die Berliner Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, Dmitrij Belkin, Leiter der »Denkfabrik Schalom Aleikum«, der Initiator der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Dervis Hizarci, die Betreiber des israelisch-palästinensischen Restaurants »Kanaan« in Berlin, Oz Ben David und Jalil Dabit, der Vorsitzende der palästinensischen Gemeinde Hannover, Yazid Shammout, und der Präsident des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Terrorgruppen bei Massakern und Angriffen im israelischen Grenzgebiet mehr als 1400 Menschen ermordet und viele Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Die israelischen Streitkräfte flogen daraufhin Luftangriffe und rückten mit Bodentruppen in den dicht besiedelten Küstenstreifen ein.

Ziel Israels ist es, die Hamas komplett zu zerschlagen. Die Bevölkerung im Norden Gazas wurde in den vergangenen zwei Wochen mehrfach aufgefordert, sich zu ihrem eigenen Schutz in den Süden Gazas zu begeben.

Steinmeier rief dazu auf, den inneren Frieden in Deutschland zu verteidigen. Dieser sei keine Selbstverständlichkeit. »Wir müssen ihn verteidigen, wo immer wir ihn verletzt und gefährdet sehen. Und jeder und jede muss jetzt diesen inneren Frieden zu seiner persönlichen Sache machen.« Der Bundespräsident betonte, Deutschland werde keinen Antisemitismus dulden - »keinen alten und keine neuen, keinen christlichen und keinen muslimischen, keinen linken und keinen von rechts«.

Lesen mehr dazu in unserer Printausgabe am 16. November.

Leipzig

Kinder greifen koscheres Café an

Sie bewarfen offenbar Mitarbeiter mit Plastikflaschen, beschimpften sie und versuchten, in den Schankraum einzudringen: Die Polizei ermittelt gegen mehrere Kinder und Jugendliche in Leipzig

 08.01.2026

Entführungsfall

Jugendamts-Zeugin im Block-Prozess: »Unglaubliche Belastung«

In dem Hamburger Prozess geht es eigentlich um die Entführung der Block-Kinder. Die hat aber eine jahrelange Vorgeschichte. Eine Jugendamts-Mitarbeiterin schildert eine wichtige Wende im Sommer 2021

von Stephanie Lettgen, Bernhard Sprengel  08.01.2026

Fußball

England als neue Chance? Daniel Peretz verlässt Hamburger SV

Nach der missglückten Leihe zum Hamburger SV geht es für Bayern-Torhüter Daniel Peretz in England weiter. Dort trifft er auf einen deutschen Trainer

 08.01.2026

Trauer

Schöpfer der Todesmarsch-Mahnmale: Hubertus von Pilgrim ist tot

Der Bildhauer Hubertus von Pilgrim ist im Alter von 94 Jahren in Pullach bei München gestorben. Internationale Bekanntheit erlangte er durch sein Mahnmal für die Opfer des Dachauer Todesmarschs vom April 1945

 08.01.2026

Debatte

Schulen legen Namen von Antisemiten und Eugenikerinnen ab

Hedwig Dohm oder Dag Hammarskjöld sind Namen, die Schulen heute gerne tragen. Andere Schulen sind nach Menschen benannt, deren Wirken heute kritischer gesehen wird als in der Vergangenheit

von Pat Christ  08.01.2026

Gegenwart

Jetzt erst recht!

Das Festjahr für jüdisches Leben in Deutschland war ein großer Erfolg. Es wird Zeit, dass nun auch auf europäischer Ebene das reiche jüdische Erbe gewürdigt wird

von Andrei Kovacs, Abraham Lehrer  08.01.2026

Mannheim

Schätze der Synagogalmusik

Die jüdischen Kantoren treffen sich zur Jahreskonferenz und laden zu drei Konzerten ein

von Christine Schmitt  08.01.2026

Programm

Kicken, Karneval, König Salomo: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Januar bis zum 14. Januar

 08.01.2026

Frankfurt am Main

Salomon Korn wird mit Ignatz-Bubis-Preis ausgezeichnet

Salomon Korn erhält den Ignatz-Bubis-Preis. Die Auszeichnung wird am Montag in der Frankfurter Paulskirche überreicht

 07.01.2026