Hanau

Gewinner auf beiden Seiten

Oliver Dainow hat eine gute Meinung von der Ahmadiyya-Gemeinde in Hanau. »Sie geht proaktiv der Stadtgesellschaft entgegen und tut viel für ein gutes Miteinander«, zeigt sich der Mitarbeiter des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Hessen begeistert. Im Mai radelte die muslimische Gemeinde für den Frieden, jetzt spielte sie gegen den jüdischen Verein Makkabi Frankfurt. »Sport vereint – gegen Rassismus« nannten die beiden Religionsgemeinden ihr Treffen am Sonntag beim VfR Kesselstadt in Hanau.

Dem pflichtet auch Alon Meyer, Präsident des TuS Makkabi Frankfurt und Präsident von Makkabi Deutschland, bei. »Wir unterstützen Initiativen, die unseren Werten und Zielen entsprechen. Und das ist mit der Ahmadiyya-Gemeinde zu 100 Prozent gegeben«, sagt Meyer. Deswegen habe man auch ohne Bedenken zugesagt. 3:1 endete das Spiel der Toleranz für den jüdischen Sportklub. Geleitet wurde es – dies allerdings eher zufällig – zunächst von einem muslimischen und dann von einem jüdischen Schiedsrichter.

begegnungen Doch gewonnen haben eigentlich alle Beteiligten, sagt Oliver Dainow, der die Hanauer Gemeinde betreut, die übrigens anschließend auch das koschere Buffet für alle besorgte. »Die Spieler, Fans, Betreuer und Angehörigen, die hier auf dem Platz waren, die müssen wir nicht mehr überzeugen, mit ihnen pflegen wir schon gute Beziehungen. Aber wir sehen in ihnen Multiplikatoren, die in ihr je eigenes Umfeld hineinwirken, und das ist uns wichtig«, betont Dainow. »Wir wollen zeigen, dass man auf dem Fußballplatz fair miteinander umgehen kann, wie im Leben. Die Begegnungen müssen nicht immer brisant sein.«

So sieht es auch der Vertreter der muslimischen Gemeinde und Stadtrat Wulf Falkowski (SPD), die zum Spiel auf dem Vereinsklub gekommen waren. Im Videoclip für ihre Gemeinde erzählten dann auch die muslimischen Spieler von ihren Erfahrungen, die sie bei Fußballbegegnungen machen mussten. »Die waren den unseren nicht unähnlich«, sagt Dainow. Auch die muslimischen Fußballer müssen sich immer wieder Kommentare wie »Scheiß Muslim« vom Rand des Fußballfeldes anhören.

In Hanau sind dagegen gute Schritte gegen Rassismus unternommen worden. Bereits bei den Kulturwochen im Juni haben sich die Religionsgemeinschaften gegenseitig besucht: Die jüdische Gemeinde sah sich die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde an, die Muslime die Synagoge. Dainow ist überzeugt: Begegnen sich die jüdische und muslimische Gemeinde fair und respektvoll, profitiert auch die Stadtgesellschaft davon.

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026

Berlin

150 Rabbiner am Brandenburger Tor

Ein Fototermin setzt ein Zeichen: Rabbiner zeigen, wie jüdisches Leben heute Europa prägt. Was beim Treffen sonst noch auf dem Programm steht

 11.03.2026

Comedy

Streichelzoo mit Fischen

Die Serie »JoJo & Simha: Exploring Berlin3000« erzählt auf Social Media von drei tollpatschigen jüdischen Handwerkern der Zukunft

von Pascal Beck  09.03.2026

Kommunalwahl

Kompromisse suchen – Dissens aushalten

Vier Münchner Stadtratskandidaten stellten sich aktuellen Fragen von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde

von Esther Martel  09.03.2026