Frankfurt

Gemeinsam aufwachsen

Ein Ort, um in Ruhe anzukommen und Neues kennenzulernen, sich mit anderen auszutauschen und zu vernetzen», so beschrieb Daphna Baum das neue Familienzentrum der Jüdischen Gemeinde Frankfurt bereits vor einem Jahr. Es gehe darum, sagte Baum, «sich willkommen zu fühlen und Begleitung in neuen Lebensphasen zu erfahren, gemeinsam zu wachsen und mit Freude zu genießen». Das von ihr geleitete Familienzentrum ist seit dem 1. Juni 2021 geöffnet.

Die Gemeinderabbiner Avichai Apel und Julian-Chaim Soussan hatten damals in Anwesenheit von Gemeindevertretern die Mesusa angebracht. Die offizielle Eröffnung konnte pandemiebedingt jedoch erst an diesem Dienstag stattfinden.

Das Familienzentrum im Frankfurter Westend ist bundesweit die erste derartige Institution in Trägerschaft einer Jüdischen Gemeinde. Als anerkannte Familienbildungsstätte soll es diverse Angebote ab der Schwangerschaft und rund um die Baby-, Kleinkind- und Familienzeit machen.

Bedarf Die Jüdische Gemeinde Frankfurt reagierte mit dem Familienzentrum auf einen wachsenden Bedarf ihrer Gemeindemitglieder. Das Zentrum sei offen für alle Personen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder Herkunft.

«Mit diesem Familienzentrum schaffen wir einen Ort der Begegnung und des gelebten Miteinanders. Wir helfen und wachsen gemeinsam mit den Familien und werden so zu einem Zuhause, das vielfältig ist und in dem sich jeder willkommen fühlt», sagte Benjamin Graumann am Dienstag in Frankfurt.

Auch Geflüchtete aus der Ukraine können hier eine Anlaufstelle finden.

Gerade auch Geflüchtete aus der Ukraine könnten hier eine Anlaufstelle finden und in ihrer Integration durch speziell zugeschnittene Angebote unterstützt werden. Graumann dankte in diesem Zusammenhang der Stadtpolitik, «insbesondere der zuständigen Dezernentin Elke Voitl für ihr stets offenes Ohr und die finanzielle Unterstützung. Wir hoffen, dass das Familienzentrum weiterwächst und in Zukunft noch mehr Menschen zusammenbringt», betonte Graumann.

Engagement Mit Blick auf das vergangene erste Jahr seines Bestehens betonte die Leiterin des Familienzentrums, Daphna Baum: «Wir sehen, wie Eltern und Kinder gemeinsam unsere unterschiedlichen Angebote wahrnehmen und dabei zu einer großen Familie zusammenwachsen.» Es sei immer wieder aufs Neue bewegend, «mit wie viel Herz und Engagement die Mitarbeiter und Teilnehmer unseres Familienzentrums dabei sind und diesen Ort zu einem ganz besonderen machen.»

Dafür gebühre ihnen großer Dank. «Ich danke ebenfalls der Sozialdezernentin Elke Voitl und freue mich, ihr heute dieses vielfältige Leben im Familienzentrum vorzustellen», sagte Daphna Baum.

Junge Familien wünschen sich noch mehr Unterstützung.

Der offensichtliche Wunsch vieler Gemeindemitglieder, junge Familien noch besser zu unterstützen, sie stärker an die Gemeinde zu binden und das bisherige Angebot deutlich zu erweitern, scheint gelungen. Dazu gehöre auch, so Graumann noch vor einem Jahr, dass beispielsweise Gemeindemitglieder so früh wie möglich begleitet werden und Übergänge zur Kita, zum Kindergarten und zur Schule geschaffen werden.

Mit der Eröffnung geht für den beim Gemeindevorstand für das Familienzentrum zuständigen Dezernenten Benjamin Graumann ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Für ihn sei das Familienzentrum «ein Meilenstein», hatte Graumann vor einem Jahr betont. Damals hörten es nur wenige, jetzt vernimmt es eine breite Öffentlichkeit. ja

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