Wettbewerb

Gegen Stereotype und Judenhass

Gunda Trepp hat den Preis initiiert. Foto: Karin Salathé

Wettbewerb

Gegen Stereotype und Judenhass

Der Leo-Trepp-Schülerpreis soll die Vielfalt des jüdischen Lebens vermitteln

von Jérôme Lombard  14.10.2021 12:52 Uhr

Vorbehalte gegenüber dem Judentum und Juden abbauen: Das ist das Ziel des neuen Leo-Trepp-Schülerpreises. Den Wettbewerb hat die nach dem amerikanisch-deutschen Rabbiner und Judaisten benannte Stiftung im laufenden Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« initiiert, um die Vielfältigkeit heutigen jüdischen Lebens für Jugendliche erfahrbar zu machen.

»Wir wollen Schülerinnen und Schüler motivieren, sich mit jüdischem Leben auseinanderzusetzen, mit jüdischer Geschichte, Ethik und Religion – und mit lebendigen jüdischen Menschen«, sagte Gunda Trepp, Vorstandsvorsitzende der Leo-Trepp-Stiftung und Initiatorin des Preises, der Jüdischen Allgemeinen. »Denn nur Wissen kann Stereotypen und Antisemitismus etwas entgegensetzen«, so Trepp weiter.

STUDIUM »Wir unterstützen diesen Schülerwettbewerb, auch in der Hoffnung, dass einige Teilnehmer noch mehr über das Judentum wissen wollen und sich für ein Studium an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg entscheiden«, sagt Werner Arnold, Rektor der HfJS, deren Lehrende in Jury und Kuratorium der Leo-Trepp-Stiftung vertreten sind.

»Durch die breite Fachkompetenz der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg können fast alle eingereichten Beiträge von ausgewiesenen Wissenschaftlern begutachtet und die besten Arbeiten prämiert werden«, so Arnold.

Der Schülerwettbewer soll jedes Jahr mit einem neuen Schwerpunkt ausgeschrieben werden.

Es sei wichtig, dass das Projekt versuche, proaktiv statt nur reaktiv zu handeln, hob Frederek Musall, stellvertretender Rektor der HfJS, am Dienstag bei der Vorstellung des Preises in der Hochschule hervor.

Zur Teilnahme an dem Wettbewerb sind Schüler der Klassenstufen neun und zehn aller Schularten in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen aufgerufen. Auch schulische Arbeitsgemeinschaften mit mindestens drei Teilnehmern dürfen sich daran beteiligen.

PROJEKTE Die Schülergruppen können sich mit Projekten bewerben, die sie zur jüdischen Kultur und Religion erarbeiten und in denen sie sich mit jüdischer Geschichte und Ethik sowie dem Leben und Denken von Juden beschäftigen. Sie müssen ihre Arbeiten bis zum 31. Januar 2022 einreichen.

Alle Teilnehmer erhalten am Ende eine Urkunde, die besten zwölf von der Jury ermittelten Wettbewerbsteams gewinnen zudem einen Gutschein. Der erste Preis ist eine dreitägige Berlin-Reise.

Der Schülerwettbewerb, für den Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, die Schirmherrschaft übernommen hat, soll jedes Jahr mit einem neuen Schwerpunkt ausgeschrieben werden. Im aktuellen Schuljahr befassen sich die Teilnehmer mit dem Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«

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