Berlin

Für Toleranz und Zivilcourage

Kulturstaatssekretär André Schmitz, Rabbiner Andreas Nachama und der Preisträger Kenan Kolat (v.l.) Foto: Thomas Rosenthal

Der in diesem Jahr erstmals vergebene »Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage« ist am Samstag an Kenan Kolat verliehen worden. Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland erhalte den Preis, weil er sich vorbildlich für kulturelle Vielfalt und ein friedliches Miteinander einsetze, teilte die Stiftung bei der Ehrung mit.

Andreas Nachama, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, dankte Kolat dafür, dass er sich unermüdlich für eine offene Gesellschaft einsetze: »Herr Kolat macht sich, trotz persönlicher Anfeindungen und Morddrohungen, stets als Vermittler und Friedensbotschafter zwischen unseren gesellschaftlichen Mitgliedern mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund stark«, sagte der Sohn von Estrongo Nachama.

Fürsprecher Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) lobte Kenan Kolat als »überaus würdigen Träger des ersten Estrongo-Nachama-Preises«. Kolat sei »engagierter Fürsprecher einer toleranten Gesellschaft«. Seit vielen Jahren setze er sich mit Nachdruck gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Aufstiegschancen von Migranten ein.

Mit dem Estrongo-Nachama-Preis werden »Menschen geehrt, die sich selbstlos für diskriminierte Minderheiten einsetzen«. Die Auszeichnung erinnert an den Oberkantor Estrongo Nachama (1918–2000), der in diesem Jahr 95 Jahre alt geworden wäre. Nachama hatte sich zeitlebens für den interreligiösen Dialog eingesetzt. Der Preis soll künftig einmal jährlich vergeben werden.

Die Stiftung Meridian ruft alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, Vorschläge für geeignete Preisträger per E-Mail an estrongo-nachama-preis@meridian-stiftung.de einzureichen. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2014. epd/ppe

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026

Hamburg

Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

von Heike Linde-Lembke  16.02.2026

München

Brauchtum zu Besuch

Der Tanz der Schäffler im Hof der Sinai-Grundschule verband auf besondere Weise Geschichte und gelebte Gemeinschaft

von Esther Martel  16.02.2026

Restitution

Ideeller Wert

Provenienzforscher der Goethe-Universität übergeben der Jüdischen Gemeinde Frankfurt fünf Bücher

von Katrin Richter  16.02.2026

Trauer

Macher und »Mentsch«

Moritz Rajber war Netzwerker mit Leib und Seele. Nun ist er wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag gestorben

von Ellen Presser  16.02.2026

Konzert

Neue Klangwelten

Fünf Chöre laden zu einem Abend mit hebräischer, jiddischer, israelischer und synagogaler Musik. Dirigenten und Sänger erzählen, was sie mit ihren Ensembles verbindet

von Christine Schmitt  15.02.2026

Porträt der Woche

Die Gründerin

Gabriela Fenyes ist Journalistin und engagiertes Gemeindemitglied

von Heike Linde-Lembke  15.02.2026

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026