Berlin

»Freude und Stolz«

Trotz der Regierungsumbildung in Israel war Außenminister Avigdor Lieberman noch nicht gen Heimat abgereist, sondern nahm wie geplant am Empfang der israelischen Botschaft zum 64. Unabhängigkeitstag im Berliner Hotel Interconti teil.

Der neue Botschafter in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, war der Gastgeber, insofern war es auch sein Antrittsbesuch in der Hauptstadt. Entsprechend viele Hände hatte er zu schütteln, in das lange Defilee hatte sich zahlreiche Prominenz aus Politik und Diplomatie eingereiht, Vertreter aller Parteien fehlten ebenso wenig wie hochdekorierte Bundeswehrgeneräle und Mitglieder zahlreicher Botschaften.

In seinem Grußwort vor den mehr als 1.000 Gästen betonte Botschafter Hadas-Handelsmann, dass die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland immer besondere Beziehungen sein werden. »In Deutschland hat es eine noch größere Bedeutung für uns, den Unabhängigkeitstag zu feiern. Sie wissen, dass wir immer eine Woche zuvor einen anderen Tag begehen – Jom Haschoa, den Holocaust-Gedenktag. Das Zusammentreffen von Trauer, Erinnerung und Gedenken mit der Freude und dem Stolz des Unabhängigkeitstags ist charakteristisch für den Staat Israel«, sagte der Botschafter.

Verantwortung Im Anschluss gratulierte Finanzminister Wolfgang Schäuble den Israelis im Namen der Bundesregierung zum Unabhängigkeitstag. Schäuble erinnerte an die »besondere Verantwortung« Deutschlands für Israel und an die Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft, mit »politischen und diplomatischen Mitteln« dafür zu sorgen, »dass der Iran niemals nuklear bewaffnet« sein wird.

Schließlich betrat Israels Außenminister Avigdor Lieberman das Pult und erinnerte zunächst an die prekäre Lage Israels als einziger demokratischer Staat im Nahen Osten und an die vielfältigen Versuche, den jüdischen Staat »zu delegitimieren«.

Nachdem er mit einigen »Missverständnissen« aufgeräumt hatte, wie dem, die jüdischen Siedlungen seien das Hauptfriedenshindernis (»Die Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien haben wir seinerzeit trotz der bestehenden Siedlungen geschlossen.«) schloss Lieberman dennoch mit einer optimistischen Note: Die exzellenten Fortschritte in Wissenschaft und Technologie würden Israel seinen Platz in der Welt sichern, so der Außenminister.

Nachdem die Mezzosopranistin Limor Ilan von der Israelischen Oper in Tel Aviv zur Klavierbegleitung die Hatikva gesungen hatte, wurde schließlich das reichhaltige koschere Buffet eröffnet.

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 20.10.2026 Aktualisiert

Speyer

Nach Drohbrief: Kirchen solidarisch mit Jüdischer Gemeinde

Die beiden großen christlichen Kirchen haben Drohungen gegen die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer verurteilt. Die Bedrohung jüdischen Lebens sei nicht hinnehmbar

 20.10.2026

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026

Lörrach

Tora als Zeichen der Hoffnung

Die Kultusgemeinde lässt eine historische gerettete Rolle restaurieren. Demnächst wird sie im Landtag vollendet

von Christine Schmitt  19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

Holocaust-Mahnmal

Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald in Berlin aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick

 18.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

München

Das Grauen sehen

Bei der Premiere eines Films über die Familie Bibas und das Hamas-Massaker vom 7. Oktober sprechen die Regisseurin und ein Psychologe über das Verbrechen und die Wirkung der Aufnahmen

von Michael Schleicher  18.10.2026