Freizeit

Familienausflug

Bunte Luftballons und fröhliche Kinderstimmen kündigen schon im Foyer des Gemeindezentrums an, dass hier ein besonderes Ereignis stattfindet. Heute steht die Familie im Mittelpunkt der zahlreichen Angebote dieses Nachmittags. Kunst, Kultur und Kreativität – darum geht es heute vor allem. Auf Informationsständen im Foyer haben die Sozialabteilung mit der Erziehungsberatungsstelle, der Elternclub »Bereschit«, das Jugendzentrum »Neshama« sowie die Janusz‐Korczak‐Akademie mit dem Familienzentrum »Mishpacha« ihre Angebotsflyer ausgelegt.

Die Türen des Hubert‐Burda Saales sind weit geöffnet. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bilden einen großen Kreis und machen Übungen zum Aufwärmen. Der Theaterregisseur Barry Goldman bringt alle Teilnehmer auf wunderbare Weise zum Lachen und stimmt sie so auf das Programm ein.

Interview Natali Schörken und Mischa Ushakov, Schauspieler von der Theatergruppe »Lo‐Minor« und in der Gemeinde schon durchaus bekannt, schauen konzentriert auf ihre Notizen. Dann verwandeln sie sich im Handumdrehen in Moderatoren, die ein Interview mit IKG‐Präsidentin Charlotte Knobloch führen werden. Ihr Thema: »Familie im Zentrum«. Sie wollen mit ihr über die Bedeutung der jüdischen Familie und über die Idee sprechen, in der Gemeinde ein Kinderparlament zu gründen.

Für Charlotte Knobloch ist die jüdische Familie ein Bestandteil der jüdischen Kultur und Religion. Begriffe wie »Zusammengehörigkeit«, »Zusammenhalt« und »gegenseitiger Respekt« zwischen Kindern und Eltern seien für Familien sehr wichtig, betont die IKG‐Präsidentin. Dabei erinnert sie an das kürzlich aufgeführte Musical Anatevka, bei dem der Zusammenhalt zwischen den Teilnehmern spürbar wurde. »Es war für mich der Ausdruck für eine Familie«, so Knobloch. Auch auf die Idee, ein Kinderparlament in der Gemeinde zu gründen, reagiert die Präsidentin mit Begeisterung und ruft die Kleinen und ihre Eltern auf, die vielfältigen Angebote für Familien wahrzunehmen.

Vom Interview ziehen Kinder und Eltern weiter zu anderen Workshops, die an diesem Nachmittag im Gemeindehaus angeboten werden, oder nehmen an Familienspielen teil. Das Jugendzentrum Neshama wirbt um Aufmerksamkeit mit einer Einführung in »Spielerische Animation« und mit Seidenmalerei.

Nur eine knappe Stunde benötigt die Kunstpädagogin Svetlana Durkova, die Kunstinteressierten in das Geheimnis kreativer Batiktechniken einzuführen. Stolz präsentieren Jung und Alt anschließend ihre kunstvoll gestalteten Seidentücher.

Gestaltung Die Malerin und Architektin Christiane Hagn lädt in ihrem Malworkshop »Meine Welt – Deine Welt – gemeinsam gestalten« Familien dazu ein, zusammen zu malen und damit ihre Welt künstlerisch darzustellen. Die Initiative hierzu kommt vom Elternclub Bereschit der Sozialabteilung. Und für die kleinsten Gäste gibt es seit Neuestem einen »Zwergerlgarten«. Mit Sara Bergauz und Elena Tobman probieren die jüngsten Besucher spielerisch erste Töne und Rhythmen aus.

»Wohin geht die Reise?«, fragt das jüdische Familienzentrum Mishpacha der Janusz‐Korczak‐Akademie und lädt zum interaktiven Familienspiel ein, das Daniel Targownik entwickelt hat. Es wird eine Reise auf der Suche nach jüdischer Identität. Dabei diskutieren die Mitspieler über wichtige Begriffe im Judentum und tauschen Meinungen aus. Lydia Bergida von Mishpacha ist begeistert.

Das Spiel sei »ganz spannend und generationsübergreifend« gewesen, berichtet sie. Und fügt hinzu, wie schön es ist, dass »an diesem Kulturnachmittag für jede Generation« etwas dabei gewesen sei. Schön fand sie darüber hinaus, »dass etwas gemeinsam unternommen wird mit Inhalten, die jeden ansprechen«. Attraktiv ist auch der Bücherflohmarkt, auf dem es so‐ wohl gebrauchte wie auch nagelneue Bü‐ cher aus der Literaturhandlung gibt.

programm Außerdem wurden die Besucher auf weitere kulturelle Highlights hingewiesen. So lädt das Kulturzentrum zu einer Vorbesichtigung der Ausstellung »ben‐jakov‐paintings« (siehe unten) mit Bildern von Max Mannheimer und Julia Wegat ein. Die regelmäßigen Angebote für Familien etwa zu Purim, Lag Baomer oder Rosch Haschana sind bereits bekannt, auch die speziellen Elternprogramme. Aber die Idee, mehrere Organisationen und ihre Angebote an einem Nachmittag zusammenzubringen, das gab es für Familien so bislang nicht.

»Dieser Bereich gewinnt immer mehr an Bedeutung«, betont Olga Albrandt, die Leiterin der Sozialabteilung der IKG. »Neben der Erziehungsberatungsstelle werden die Familienangebote in Bildung, Freizeit, Unterhaltung weiter ausgebaut. Es ist sehr wichtig, dass diese Programme vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützt werden.«

Dabei sein Dass Vorstand und Präsidentin der IKG diesen Familien‐Kultur‐Nachmittag unterstützen, ist selbstverständlich, dass sie aber auch aktiv daran teilnehmen, ist besonders schön und freut die Organisatoren. Am späteren Nachmittag stellen sich Präsidentin Charlotte Knobloch, Rabbiner Arie Folger und acht Vorstandsmitglieder an einer Infotheke den Fragen der Gemeindemitglieder.

Für Marat Schlafstein, den Leiter des Jugendzentrums Neshama ist der Familien‐Kultur‐Nachmittag »ein Vorgeschmack auf einen großen Familientag im Sommer«. Und dann vergisst er natürlich nicht, den größten jüdischen Gesangs‐ und Tanzwettbewerb Europas, die Jewrovision 2012, am 3. März in der Zenith Halle anzukündigen. Das wird sicher wieder ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie werden.

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