Berlin

Erinnerung an judenfeindliches Pogrom

Mit einer weiteren Gedenktafel wird im Zentrum von Berlin künftig an ein judenfeindliches Pogrom Anfang des 16. Jahrhunderts erinnert. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) enthüllte am Montag die Informationstafel zum sogenannten Berliner Hostienschändungsprozess im Jahr 1510 zusammen mit dem Historiker und Gründungsdirektor des Centrum Judaicum, Hermann Simon. Die Gedenktafel befindet sich am Neuen Markt in der Nähe der Marienkirche in Berlin-Mitte.

scheiterhaufen Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden den Angaben zufolge unter begeisterter Teilnahme der Berliner Bevölkerung 38 Juden auf einem Scheiterhaufen öffentlich verbrannt. Vorangegangen war ein Schauprozess, der überregionale Aufmerksamkeit erregte. Die Juden wurden für schuldig befunden, christlich geweihte Hostien geschändet zu haben. Die Anschuldigungen waren offensichtlich konstruiert und die Geständnisse unter Folter erzwungen worden.

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Dem Prozess und der brutalen Hinrichtung der Angeklagten folgte noch im selben Jahr die Vertreibung aller Juden aus der Mark Brandenburg. Während der Prozess in der Nähe der Marienkirche stattfand, erfolgte die Verbrennung außerhalb der damaligen Stadtmauer an der heutigen Mollstraße, wo seit 1988 eine Tafel daran erinnert. epd

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