Bamberg

Erinnerung an Heiner Olmer

Feierlicher Akt: Rabbinerin Yael Deusel spricht Worte zur Toraeinbringung in Bamberg. Foto: Ronald Rinklef

Mit einer Toraeinbringung hat die Gemeinde Bamberg ihres im August 2012 verstorbenen Gemeindevorsitzenden Heiner Olmer gedacht. In der feierlichen Zeremonie fand die Rolle am Sonntag ihren Platz in der Synagoge. Der Verein Chaverim, Freundeskreis zur Unterstützung des Liberalen Judentums in München, hatte sie zur Verfügung gestellt, gestiftet wurde sie von Helmut Mahner aus München.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Synagoge konnte Gemeindevorsitzender Arieh Rudolph Gäste aus Religion, Politik und Gesellschaft, Gemeindemitglieder und Mitarbeiter begrüßen. Der Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Josef Schuster, betonte die Bedeutung der Tora für das jüdische Volk und drückte seinen Wunsch aus, dass auch die neue Rolle mit den Jahren des Gebrauchs Patina ansetzen möge. Er teile den Stolz der IKG Bamberg. Schuster versicherte, dass sich die Gemeinde immer auf den Rückhalt durch den Landesverband verlassen könne.

Glückwünsche Der zweite Vorsitzende von Chaverim, Ralph Deja, beglückwünschte die Gemeinde zu ihrer neuen Tora. Der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Helmut Müller, verwies darauf, dass die Israelitische Kultusgemeinde ein integraler Bestandteil von Bamberg sei und durch die Stadt immer Unterstützung erfahren werde.

Gemeindevorsitzender Arieh Rudolph hatte die Torarolle im April bei Rabbiner Zwye Alonie in Mainz persönlich abgeholt. Auf dem Mantel wurden zwei Widmungen angebracht. Auf der Vorderseite für Dr. Olmer sel. A. als den Parnass der Jüdischen Gemeinde Bamberg, auf der Rückseite für den Stifter. Geschrieben wurde die Sefer Tora in Bnei Brak.

Die Gemeinde hat drei weitere Rollen, doch auf keine einzige könne sie verzichten, erklärte Rudolph. Jahrzehntelang musste die IKG sogar mit nur einer auskommen, bis sie vor 16 Jahren eine restaurierte Sefer Tora vom damaligen Berliner Rabbiner Ernst M. Stein erhielt.

Reraraturkosten Mit der Zeit werde die neue Rolle jedoch eine der ältesten ersetzen, die schon seit einem halben Jahrhundert in der Gemeinde in Gebrauch ist, so Rudolph. Notwendige Reparaturen würden sehr kostspielig, hätte ihm der Sofer Daniel Mosbacher in Zürich bestätigt.

Zum Abschluss des Festes lud Rabbinerin Yael Deusel die Gäste zu einem festlichen Empfang. Schließlich ermunterte sie alle, am Kolloquium »Jüdisch-Fränkische Heimatkunde«, geleitet von Susanne Talabardon, Professorin für Judaistik an der Universität Bamberg, teilzunehmen. ja

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