Thüringen

Erinnerung an das Leid

Albrecht Weinberg und Jerry Wartski (v.l.), Überlebende des KZ Mittelbau-Dora, bei der Gedenkveranstaltung zum 77. Jahrestag der Befreiung Foto: picture alliance/dpa

Mit einer Gedenkfeier ist am Montag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora vor 77 Jahren gedacht worden. Gemeinsam mit Überlebenden, Nachkommen und der Gedenkstellenleitung hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Krematorium des Lagers einen Kranz zur Erinnerung an die Leiden der ehemaligen Häftlinge niedergelegt. Mittelbau-Dora zeige auf bedrückende Art und Weise, wie das NS-Regime die Häftlinge durch die Zwangsarbeit zu menschlichem Material degradiert habe, sagte Ramelow in seiner Ansprache.

Der Leiter der Gedenkstätte, Karsten Uhl, betonte, dass es die Aufgabe der KZ-Gedenkstätten sei, zu zeigen, wie diese Konzentrationslager funktioniert hätten. Es müsse benannt werden, wer Verantwortung getragen habe.

schulunterricht Mit Carla Becker und Hendrik Höhn sprachen zwei Bundesfreiwillige über die Bedeutung, die diese KZ-Gedenkstätte habe. Sie könne dort weitermachen, wo der Schulunterricht aufhöre. In der Schule habe die NS-Zeit meist Zahlen, Propaganda und Frontverläufe aufgegriffen. Das verbrecherische Zusammenwirken von Staat und Gesellschaft, sowie die katastrophal vernachlässigte Aufarbeitung während der Nachkriegszeit hätten fast keine Rolle gespielt, kritisierten sie.

Im ehemaligen Konzentrationslager Mittelbau-Dora haben zwischen 1943 und 1945 rund 60.000 Häftlinge aus ganz Europa in unterirdischen Stollen für die Rüstungsindustrie Zwangsarbeit leisten müssen. Mindestens 20.000 von ihnen starben infolge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Am 11. April 1945 wurde das Lager »Dora« durch die US-Armee befreit. epd

Engagement

Grenzenlose Solidarität

Spenden und Gespräche: Die jüdische Community ist schockiert über die dramatische Lage in der Ukraine und hilft – jeder so, wie er kann

von Christine Schmitt  05.02.2026

Gesellschaft

Einfach machen!

Seit dem Jahr 2000 zeichnet die amerikanische Obermayer Foundation ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. So wie am vergangenen Sonntag im Jüdischen Museum in Berlin

von Katrin Richter  05.02.2026

Hilfe

Wärme schenken

Die Mitzwe Makers unterstützen mit der »Warmnachten«-Aktion obdachlose Menschen in der kalten Jahreszeit mit Sachspenden

von Esther Martel  04.02.2026

Podcast

Von Adelheid bis Henriette

Journalisten und Historiker gehen dem Leben jüdischer Frauen im 19. und 20. Jahrhundert nach

von Katrin Richter  04.02.2026

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

Tu Bischwat

Erste Blätter

Wie stellen sich jüdische Kinder das Neujahrsfest der Bäume vor? Wir haben einige Mädchen und Jungen gebeten, für uns zu malen

 02.02.2026

Berlin

Lehrerin und Heimatforscher mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die US-amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr wurden vier Personen und eine Initiative geehrt

 01.02.2026

Porträt der Woche

Willkommen zu Hause

Laurette Dassui wuchs in Paris auf und entdeckte in Berlin ihr Jüdischsein neu

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.02.2026

München

Wege aus dem Hass

Der amerikanisch-israelische Psychologe Dan Ariely und Guy Katz sprachen im »Prof-Talk« über Antisemitismus aus unterschiedlicher Perspektive

von Esther Martel  31.01.2026