Köln

Eine Nacht für Kinder

»Jedes Kind, das zur Welt kommt, ist ein besonderes Licht.« Mit diesen eindringlichen Worten baute Sarah Brukner die Brücke zwischen Chanukka und dem Wohltätigkeitsball der Kölner Gruppe der Women’s International Zionist Organization (WIZO). »Jedes dieser Lichter verkündet uns etwas, wir müssen sie sehen«, ergänzte die Frau des Gemeinderabbiners der Kölner Synagogen-Gemeinde. »Jeder Mensch muss um sein Licht in der Welt wissen«, schloss die Rebbetzin ihre Worte.

Nachdem Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, die Lichter der Chanukkia entzündet hatte, stimmten die Gäste im festlich dekorierten Saal der ehrwürdigen »Wolkenburg« das »Maos Zur« an.

TANZ Die Freude, mit der traditionell das Lichterfest gefeiert wird, gilt auch für den Kölner WIZO-Ball. Die Kölner WIZO-Frauen verzichteten auf lange Reden und eröffneten mit dem ersten Tanz zu den Klängen des Brüsseler »Orchestre Alexandre« eine Ballnacht, die erst in den frühen Morgenstunden endete. Die beiden Fernseh-Moderatoren Katja Burkard und Ralph Morgenstern führten durch den stimmungsvollen Abend, zu dem die 16-jährige Sängerin Sarah Jo ebenso beitrug wie die Formation »Die drei Liköre«.

Der WIZO-Ball
erinnert an ein
harmonisches Familientreffen

Herzlichkeit und Ungezwungenheit, mit der die Kölner WIZO-Damen den Ball gestalten, erinnert an ein harmonisches Familientreffen, bei dem niemand alleingelassen wird. Vor allem diejenigen nicht, denen der Abend gewidmet ist: Kinder in Israel.

PRIVILEG »Wir leben sehr privilegiert und haben Sorgen, die oftmals gar keine Sorgen sind«, mahnte Nicole Faktor, Vizepräsidentin der WIZO Deutschland. »In Israel wissen viele Kinder gar nicht, wie ihnen geschieht«, erinnerte Faktor beispielsweise an den August dieses Jahres. Damals wurden 180 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert an. Gerade einmal 15 Sekunden Zeit bleiben den Menschen, um die Schutzräume zu erreichen. Die permanente Bedrohungssituation wurde unlängst deutlich, als die Regierung in Erwägung ziehen musste, erstmals in ihrer Geschichte ein komplettes Gebiet zu evakuieren. »Wir können uns gar nicht vorstellen, was die ständige Bedrohung mit Kindern macht«, sagte Faktor.

Hier setzt die weltweit größte Wohltätigkeitsorganisation mit ihren rund 250.000 Ehrenamtlichen an. In ihren Einrichtungen wird vom Kleinkind bis zum Greis jedem Hilfsbedürftigen – unabhängig von Herkunft und Religion – eine Lebensperspektive gegeben. »Wenn es friedvolle Koexistenz gibt, dann leistet das die WIZO«, unterstrich Faktor die Bedeutung der Sozialeinrichtungen.

BILDUNG Auch von Köln aus werde nachhaltig Unterstützung geleistet, betonte Orly Licht, Vorstand der Kölner Gruppe. Die beiden WIZO-Deutschland-Vizepräsidentinnen Licht und Faktor warben für die Arbeit der Wohltätigkeitsorganisation, die insbesondere dazu beitragen möchte, Kinder durch Bildung zu verantwortungsvollen Menschen zu erziehen.

Die Schilderungen bewegten die Gäste sichtlich. Prominente Ehrengäste zeigten nicht zuletzt durch ihre Teilnahme am Ball ihre Sympathie und Verbundenheit mit WIZO. Unter ihnen waren unter anderem der Präsident des Landgerichts Köln, Roland Ketterle, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen, Ralf Mittelstädt, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, Ulrich Soenius, sowie der Präsident des nordrhein-westfälischen Landtags, André Kuper. Mit Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, war zudem eine ranghohe Politikerin anwesend. Sie verfolge seit Jahren das Wirken der Kölner WIZO-Frauen und freue sich nach jedem Ball »schon auf den nächsten«. Fazit des Abends: Es wurden 242 Patenschaften gezeichnet.

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 03.11.2026

Sachsen-Anhalt

Lotto fördert Dachsanierung der Synagoge in Gröbzig

Die jüdische Gemeinde in Gröbzig entstand im 17. Jahrhundert nur wenige Kilometer entfernt von der anhaltischen Residenzstadt Köthen. Die 1796 errichtete klassizistische Synagoge wird seit 1934 als Museum genutzt

 03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026

Verantwortung

Abschied und Neuanfang

David Beck übernimmt als Nachfolger von Andreas Franck das Amt des Zentralen Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Justiz

von Luis Gruhler  02.11.2026

Feier

»Ein Zuhause«

Es war ein bewegender Moment: Nach langer Planung öffnete die bundesweit wirkende Jüdische Akademie in Frankfurt ihre Türen. Mit Prominenz, rabbinischem Segen - und eindringlichen Worten gegen Antisemitismus

von Leticia Witte  02.11.2026

Eröffnungsrede

»Raum geben für Differenzierung«

Zentralratspräsident Josef Schuster skizzierte in seiner Rede zur Eröffnung der Jüdischen Akademie, welche Rolle sie in der Gesellschaft spielen soll. Wir dokumentieren die Ansprache im Wortlaut

von Josef Schuster  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Es ist die erste Institution dieser Art in der Bundesrepublik. Was hat es damit auf sich?

 02.11.2026

Eine Akademie für Deutschland

Heute ist in Frankfurt die Jüdische Akademie feierlich eröffnet worden. Sie soll innerjüdische Debatten fördern und jüdische Perspektiven stärker in die Gesellschaft einbringen

von Josef Schuster  02.11.2026 Aktualisiert