Wizo

Eine ganz andere Gala

So eine Gala haben die Mitglieder der WIZO noch nie erlebt: »Wir hatten eine fröhliche, unbeschwerte Feier mit Musik und Tanz geplant, mussten aber wegen des 7. Oktober alle Pläne über den Haufen werfen und etwas ganz Neues auf die Beine stellen«, sagte Jenna Jeger vom WIZO-Vorstand.

Die Wohltätigkeitsgala »One Night for Children« sollte am vergangenen Samstag wieder mit viel Spaß begangen werden, wegen der aktuellen Situation in Israel herrschte jedoch eine ruhigere Atmosphäre. Unter den 200 Gästen, die ins Adlon Kempinski Hotel in Mitte geladen waren, fand sich neben vielen Unterstützern aus Wirtschaft und Politik auch die Präsidentin von WIZO Deutschland, Nicole Faktor.

Statt zu tanzen, hörten die Gäste den Ansprachen von Volker Beck, Michel Friedman und dem Gesandten der Israelischen Botschaft, Aaron Sagui, zu, die nachdenkliche Reden hielten.

»Wir haben eine Rekordsumme an Spenden zusammenbekommen«

»Es hatte jeder Tränen in den Augen, als Maya Romann über ihre Cousine sprach, die zu den verschleppten 239 Geiseln gehört«, sagt Jenna Jeger. Yarden Romann-Gat war mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter auf einen Pick-up-Truck gezerrt worden. Sie brachte ihren Mann dazu, das Kind zu greifen, hinunterzuspringen und wegzurennen. Was ihm auch gelang. Nun ist Maya in Deutschland unterwegs, um auf das Schicksal ihrer Cousine aufmerksam zu machen.

»Wir haben eine Rekordsumme an Spenden zusammenbekommen«, sagt Lea Waisberg, die ebenfalls dem WIZO-Vorstand angehört. Es sei eine viel höhere Summe als im vergangenen Jahr herausgekommen. Zum ersten Mal fand die Gala im Hotel Adlon Kempinski statt, denn die derzeitige Direktorin Karina Ansos habe schon in ihrer Frankfurter Zeit die WIZO in der Mainmetropole unterstützt.

Der Rapper Ben Salomo stellte seinen neuen Song vor.

»Es ist ein Glück, sie auf unserer Seite zu haben«, sagen die beiden Vorstandsmitglieder der Berliner WIZO. Ein Bühnenprogramm mit etwas Musik gab es dann doch noch: Der Rapper Ben Salomo stellte seinen neuen Song vor, und Hananel Edri Kandil kam aus Israel angereist, um seine Lieder zu singen. »Er konnte nur unter erschwerten Bedingungen ausreisen«, sagt Lea Waisberg. Er berichtet, dass sein Zuhause in Israel ein WIZO Day Camp Center sei. Dort sei er aufgewachsen.

Einer der Höhepunkte war die Tombola. Der Hauptpreis: ein sechstägiger Hotelaufenthalt in Tulum, Mexiko. »In diesen Zeiten wird die WIZO mehr gebraucht denn je, denn sie kümmert sich vor allem um die sozial schwächsten Menschen des Landes. Das Augenmerk liegt hier auf den Frauen und den Kindern Israels«, so Jeger. Die WIZO habe sofort gehandelt und Notfallkampagnen gestartet. Nach der Gala ist vor dem nächsten Event: Die Planungen laufen bereits.

Programm

Schostakowitsch, Punk und Nathan in der Schwebebahn: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 9. Juli bis zum 16. Juli

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026

München

»Auf geht’s – an die Arbeit!«

Die Israelitische Kultusgemeinde hat einen neuen Vorstand gewählt. Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin im Amt bestätigt

von Leo Grudenberg  07.07.2026

Rabbinerausbildung

Levinson-Stiftung als Institut an der Uni Potsdam anerkannt

Neuer Meilenstein für die Ausbildung liberaler und konservativer Rabbinerinnen und Rabbiner sowie Kantorinnen und Kantoren

 07.07.2026

Bayern

Die jüdische Gemeinde München hat einen neuen Vorstand gewählt

Charlotte Knobloch wurde als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern bestätigt

 06.07.2026 Aktualisiert

Porträt der Woche

Die Kraft der Sichtbarkeit

Rivkah Schwarzbart entwirft seit dem 7. Oktober jüdischen Schmuck und lebt in München

von Katrin Diehl  05.07.2026

Kommentar

Meine Angst

Was es heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026

Lesung

Sprache statt Wurzeln

Die aus dem Irak stammende Schriftstellerin Mona Yahia stellte in München ihr neues Buch über jüdisches Leben im arabischen Raum vor

von Nora Niemann  05.07.2026