Cottbus

Eine Erfolgsgeschichte

Seit 2015 Zentrum des jüdischen Lebens in Cottbus: die Neue Synagoge in der Spremberger Straße Foto: dpa

Cottbus

Eine Erfolgsgeschichte

Die Jüdische Gemeinde feiert ihr 20-jähriges Bestehen – mit 500 Mitgliedern ist sie die größte Einzelgemeinde in Brandenburg

 16.07.2018 10:53 Uhr

Es ist noch nicht allzu lange her, da hatte die Jüdische Gemeinde Cottbus gerade einmal 20 Mitglieder. Heute, zwei Jahrzehnte später, ist sie auf rund 500 Mitglieder angewachsen. Die meisten von ihnen stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, und fast alle erinnern sich noch gut an ihre ersten Tage in Deutschland, als sie in einem Wohnheim in der Willi-Budich-Straße lebten.

»Schritt für Schritt ist damals die Erkenntnis gewachsen, sich als jüdische Gemeinde zu organisieren«, sagte Gennadi Kuschnir nun am Sonntagnachmittag bei der Festveranstaltung in der Neuen Synagoge in der Spremberger Straße zum 20. Jubiläum der Gemeinde. Und wie der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Cottbus betonte auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD), dass die Entwicklung der Gemeinde gar nicht positiv genug bewertet werden könne.

Zentrum »Die Jüdische Gemeinde ist eine Erfolgsgeschichte«, hob Münch hervor. »Die 2015 eröffnete Synagoge im Zentrum der Stadt ist ein sichtbares Zeichen für das vielfältige und aktive jüdische Leben, das sich seit den 1990er-Jahren in unserem Land wieder entwickelt hat.« Mit rund 500 Mitgliedern sei es mittlerweile die größte jüdische Einzelgemeinde in Brandenburg, so Münch weiter. »Sie hat an jahrhundertelanges jüdisches Leben vor 1945 angeknüpft, das durch die nationalsozialistische Willkürherrschaft nahezu völlig vernichtet wurde.«

Die Synagoge wurde im Januar 2015 als landesweit erste Synagoge nach 1945 in der ehemaligen evangelischen Schlosskirche eingeweiht. Das Land unterstützte damals den Erwerb und den Ausbau des Sakralgebäudes mit rund 600.000 Euro.

Jüdische Gemeinden gibt es in Brandenburg auch in Potsdam, Cottbus, Frankfurt an der Oder, Brandenburg an der Havel, Bernau, Oranienburg und Königs Wusterhausen mit insgesamt rund 2000 Mitgliedern. Das Land fördert die Gemeinden jährlich mit insgesamt mehr als 500.000 Euro. Auch die Pflege der jüdischen Friedhöfe wird vom Land mitfinanziert. ja/epd

Porträt der Woche

Ich bin dankbar

Svitlana Petrovska überlebte die Nazis – und floh vor Putins Krieg nach Berlin

von Rob Savelberg  06.04.2026

Kahal Adass Jisroel

Platz für die Zukunft

Die Gemeinde in Berlin plant für 26 Millionen Euro ein neues Gemeinde- und Bildungszentrum

von Christine Schmitt  06.04.2026

Schwerin

Ein Denkmal für Willy

Der ehemalige Rabbiner William Wolff wird mit einer Statue geehrt

von Axel Seitz  06.04.2026

»Meet a Jew«

Viele Fragen

Marguerite und Benjamin sind zwei Freiwillige, die im Rahmen des Zentralratsprojektes mit Jugendlichen über das Judentum ins Gespräch kommen. So wie kürzlich in Spandau mit einer Box Mazzot

von Alicia Rust  06.04.2026

Jom Haschoa

Narbe gegen das Vergessen

Wir, die Nachkommen der Zeitzeugen und der Ermordeten, dürfen das Leid unserer Großeltern nicht verstecken – wir müssen dafür sorgen, dass es unseren Kindern erspart bleibt

von Eugene Korsunsky  06.04.2026

Jewrovision

Aller guten Moderatoren sind drei

Jung, dynamisch und schlagfertig: Ein Trio wird im Mai durch die Show führen

von Christine Schmitt  06.04.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  05.04.2026

Gemeinde

Man kennt sich hier

Die Synagoge Possartstraße bewahrt Traditionen – und richtet sich neu aus

von Esther Martel  04.04.2026

Besuch

»Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs«

Daniel Hagari, ehemaliger Sprecher der israelischen Verteidigungsarmee, war in der Jüdischen Gemeinde München zu Gast

von Esther Martel  04.04.2026