Düsseldorf

Ein Preis für Friede Springer

Friede Springer Foto: dpa

Düsseldorf

Ein Preis für Friede Springer

Gemeinde ehrt die Verlegerin mit der Josef-Neuberger-Medaille

 09.10.2013 16:34 Uhr

An diesem Donnerstag wird die Verlegerin Friede Springer mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf geehrt. Die Witwe des Verlegers Axel Springer habe sich »um die jüdische Gemeinschaft besonders verdient« gemacht, begründet die Gemeinde ihre Entscheidung für die 71-Jährige. Mit der nach ihr benannten Stiftung verfolgt Friede Springer unter anderem durch gezielte finanzielle Förderung das Ziel einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen. Dazu gehört laut den Grundsätzen der Stiftung »auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes«.

Rückkehr Die Auszeichnung erinnert an den früheren nordrhein-westfälischen Justizminister Josef Neuberger (1902–1977), der nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem damaligen Palästina nach Deutschland zurückgekehrte und aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde wurde. 1952 ließ sich Neuberger als Rechtsanwalt in Düsseldorf nieder und arbeitete unter anderem als Strafverteidiger am dortigen Amts- sowie Landgericht.

Neuberger war seit 1956 Ratsherr in der Landeshauptstadt und zog 1959 als Abgeordneter für die SPD in den nordrhein-westfälischen Landtag ein. Von Dezember 1966 bis September 1972 amtierte er als Justizminister in der von Heinz Kühn geführten Landesregierung. Während seiner Amtszeit reformierte er das Justizwesen in den Bereichen Strafvollzug, Wirtschaftskriminalität, Juristenausbildung und Umweltschutz.

preisträger Im vergangenen Jahr ehrte die Gemeinde den Publizisten und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher. Frühere Preisträger waren unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (beide CDU) sowie der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Johannes Rau (SPD).

Seit 1991 wird die Josef-Neuberger-Medaille an nichtjüdische Persönlichkeiten verliehen, die sich um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Die Düsseldorfer Gemeinde gehört mit rund 7.200 Mitgliedern zu den größten in Deutschland. ja

München

Bayern erhöht Staatsleistungen für israelitische Kultusgemeinden

Seit 1997 gibt es in Bayern einen Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden. Dieser muss immer wieder mal angepasst werden. Am Freitag war es wieder soweit. Ein Signal der Wertschätzung

 06.09.2026

Porträt der Woche

Meisterin des Spagats

Naama Freedman vereint Kunst, Musik, Film und Sprache jenseits der Genregrenzen

von Lorenz Hartwig  06.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Mode

»Die Kippa gehört zum Outfit«

Jonathan Hirsch über edle Stoffe zu den Feiertagen, stilistische Entgleisungen und die jüdische Kopfbedeckung als Accessoire

von Mascha Malburg  04.09.2026

Bildung

Neues ELES-Stipendium unterstützt jüdische Mediziner bei ihrer Promotion

Die Bewerbungsphase beginnt heute. Vorgesehen ist eine Förderung über zwölf Monate

 03.09.2026

Bad Sobernheim

Mit allen gemeinsam

Die Bildungsfreizeit ist für »Gesher« ein Höhepunkt des Jahres

von Leon Stork  03.09.2026

Und wenn ...

Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Es steht viel auf dem Spiel. Katrin Richter und Stephan Pramme waren unterwegs in Magdeburg, Halle und Dessau

von Katrin Richter  03.09.2026

Programm

Offene Türen am Rhein, Lehrhaus am Main und ein Kulturfest im Vogtland: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 3. September bis zum 9. September

 03.09.2026

Köln

»So klingt das Leben!«

Festival SHALOM-MUSIK.KOELN startet mit einer Hommage an die Dichterin Hilde Domin. Klang des Schofars ruft zum Zuhören

von Claudia Irle-Utsch  02.09.2026