Berlin

Ein Lied zum Muttertag

Am Ende singen alle gemeinsam ein Abschlusslied. Mütter, Väter, Großeltern und Freunde im Publikum stehen auf, bewegen sich im Takt zur Musik. Einige von ihnen halten Kameras und Handys hoch, um diesen besonderen Moment festzuhalten: Auf der Bühne stehen neben 40 Nachwuchstalenten und Stars des Nachmittags Moderatorin Susan Sideropoulos, Noah-Levi, diesjähriger Gewinner des Wettbewerbs The Voice Kids, und die ehemalige Jahresfinalistin Rita Gueli. »Die Stimmung ist unglaublich super«, ruft die Moderatorin den begeisterten Zuschauern zu.

Idee Am Sonntagnachmittag hatte die WIZO Berlin zur Talentshow eingeladen. Um 12 Uhr trafen die drei -bis 14-jährigen Kinder bereits im Crowne Plaza Hotel ein, das den Saal zur Verfügung stellte, um sich schminken zu lassen und noch ein letztes Mal zu proben, während die WIZO-Frauen und einige Helfer den Saal dekorierten und alles für die rund 120 Interessierten vorbereiteten.

»Diesmal sollte es eine Talentshow werden, kein Voice of WIZO wie im vergangenen Jahr. Wir wollen damit nicht nur Sänger, sondern auch andere Talente auf die Bühne locken«, erläutert Nicole Schauder-Shani vom WIZO-Vorstand die Idee.

Diese Überlegung geht auf. Denn neben den Mädchen, deren Gesang und Tanz von großem Applaus begleitet wird, begeistern weitere Talente das Publikum: Ein Junge trommelt, zwei 13-Jährige legen eine Streetdance-Performance hin, und drei Achtjährige zeigen einen selbst gedrehten Videoclip. Darin schlüpfen sie in die Rollen ihrer Mütter, indem sie sich verkleiden, schminken und shoppen gehen – sehr zur Erheiterung der anwesenden Eltern.

hilfsbereitschaft »Unsere Kinder stehen für andere Kinder auf der Bühne und lernen so, für andere etwas Gutes zu tun«, sagt Susan Sideropoulos – denn längst nicht allen Kindern gehe es so gut. Einige Kids haben mehrere Wochen lang an ihrem Auftritt gefeilt. Andere nahmen extra Unterricht.

»Es ist so schön zu sehen, wie toll sie das alles choreografiert haben und dass sie mit so viel Freude dabei sind«, freut sich Julia Smuskovics, deren zwei Töchter mitgetanzt haben. Die beiden sich ihren Auftritt gemeinsam mit ihren Freundinnen ausgedacht und geplant, so die Mutter. Sie selbst musste »nur mitfeiern«.

Andre und Saskia Sankowski verfolgen derweil gespannt den Auftritt ihres Sohnes Dustin, der seit mehr als vier Jahren Unterricht im Streetdance nimmt. »Ich war den Tränen nahe«, bekennt seine Mutter später.

Unterstützung »Es gibt keine beste Gruppe – alle sind toll. Es sind auch Kinder dabei, deren Mütter – noch – nicht bei der WIZO sind«, meint Nicole Schauder-Shani. Genau die will der sechsköpfige Vorstand, der seit eineinhalb Jahren im Amt ist, auch gewinnen. Denn durch Veranstaltungen wie diese sollen noch mehr Unterstützer angesprochen und die Netzwerke erweitert werden.

»Es war ein toller Nachmittag«, sagt Martina Krymalowski nach der dreistündigen Show. Sie sei immer wieder beeindruckt, was die Kinder alles auf die Beine stellen. Wobei ihre Töchter in diesem Jahr noch nicht mitgewirkt haben. »Aber im nächsten Jahr, da werden sie dabei sein«, ist sich die dreifache Mutter sicher.

Der Erlös der Talentshow geht an Kinder aus sozial benachteiligten Familien der WIZO-Kindertagesstätte Ramat Elijahu in Rischon LeZion.

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Berlin

Trauer um Rabbiner Avraham Golovacheov

Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin ist am Montag nach schwerer Krankheit gestorben. Vor 18 Jahren war er als Chabad-Gesandter in die deutsche Hauptstadt gekommen

 07.04.2026

Porträt der Woche

Ich bin dankbar

Svitlana Petrovska überlebte die Nazis – und floh vor Putins Krieg nach Berlin

von Rob Savelberg  06.04.2026

Kahal Adass Jisroel

Platz für die Zukunft

Die Gemeinde in Berlin plant für 26 Millionen Euro ein neues Gemeinde- und Bildungszentrum

von Christine Schmitt  06.04.2026

Schwerin

Ein Denkmal für Willy

Der ehemalige Rabbiner William Wolff wird mit einer Statue geehrt

von Axel Seitz  06.04.2026

»Meet a Jew«

Viele Fragen

Marguerite und Benjamin sind zwei Freiwillige, die im Rahmen des Zentralratsprojektes mit Jugendlichen über das Judentum ins Gespräch kommen. So wie kürzlich in Spandau mit einer Box Mazzot

von Alicia Rust  06.04.2026

Jom Haschoa

Narbe gegen das Vergessen

Wir, die Nachkommen der Zeitzeugen und der Ermordeten, dürfen das Leid unserer Großeltern nicht verstecken – wir müssen dafür sorgen, dass es unseren Kindern erspart bleibt

von Eugene Korsunsky  06.04.2026

Jewrovision

Aller guten Moderatoren sind drei

Jung, dynamisch und schlagfertig: Ein Trio wird im Mai durch die Show führen

von Christine Schmitt  06.04.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  05.04.2026