München

Ein Fest zum Jubiläum

EJKA-Präsidentin Eva Haller, eine Tänzerin und Carmela Shamir (v.l.) mit der Geburtstagstorte Foto: EJKA München

Am 14. Mai 1948 proklamierte Israels erster Premierminister David Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv den Staat Israel. 75 Jahre später feierte die Europäi­sche Janusz Korczak Akademie (EJKA) in München dieses Jubiläum in Partnerschaft mit der Jewish Agency for Israel mit einem Fest in der Schrannenhalle. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte das Generalkonsulat des Staates Israel für Süddeutschland übernommen.

Zur Jubiläumsfeier konnte sich EJKA-Präsidentin Eva Haller über einige prominente Gäste freuen: Neben Carmela Shamir, der Generalkonsulin des Staates Israel, und Konsul Oleksandr Prokopenko vom ukrainischen Generalkonsulat nahmen weitere Ehrengäste wie der Bezirkstagspräsident Josef Mederer, der Münchner Kulturreferent Anton Biebl und Katja Tsafrir, Delegierte der Partnerorganisation Jüdischer Nationalfonds – Keren Kayemeth LeIsrael (JNF-KKL), teil.

programm Geboten wurde ein dreistündiges Programm mit Information, Unterhaltung und kulinarischen Genüssen. In ihrer Begrüßung ging Eva Haller auf die 75 Jahre junge Demokratie ein. Israel zeige, so betonte die EJKA-Präsidentin, »dass es sich jeden Tag lohnt, um die Demokratie zu kämpfen«.

Begeistert ist sie auch von der Bandbreite israelischer Künstler, die in vielen Sparten – bildende Kunst, Literatur und Tanz – die Kultur im Land selbst wie auch im Ausland bereicherten. Mit besonderer Freude hieß sie die israelische Jugendtanztruppe »Karmiel Flowers«, die im Rahmen eines Austauschprogramms die EJKA besuchte, willkommen. Begleitet wurden die jungen Tänzer von Genya Levant, die vor 32 Jahren aus der Ukraine nach Israel kam und diese Tanz-Company aufbaute. Der Auftritt der Kinder und jungen Erwachsenen hätte, was ihr Können und ihre Kostüme betraf, mit dem TV-Format Let’s Dance mithalten können; das Publikum jedenfalls war begeistert.

Weitere Highlights waren die Tanzgruppe des Geflüchteten-Projekts »Shalom Ukraine« mit einer sportlichen Performance und drei Kurzfilme, die die Arbeit von »YouthBridge« und JNF eindrucksvoll dokumentieren. Dazu gehörten Impressionen einer Bildungsreise des EJKA-Leadership-Projekts nach Israel, Baumpflanzungen und interkulturelle Begegnungen.

erfolgsgeschichte Das Jubiläumsfest, durch das Sofija Pavlenko charmant führte, erwies sich als gelungene Würdigung einer 75-jährigen Erfolgsgeschichte des jüdischen Staates. Israel, bekannt für seine Kunstavantgarde und als globales Zentrum für Technologie und Innovation, kam auf vielerlei Weise zur Geltung. In den Pausen zwischen den Unterhaltungsblöcken war Zeit, verschiedene Stände und Stationen zu besuchen.

Schautafeln informierten über die Situation von Frauen in Israel – von der einzigen Premierministerin Golda Meir bis zur Schönheitskönigin Gal Gadot, die Schauspielkarriere als »Wonder Woman« machte. Man las Wissenswertes über den gebürtigen Münchner Fritz Rosenthal, der als Schalom Ben-Chorin sein »Zweistromland zwischen Isar und Jordan« verortete.

Zwei Teilnehmer eines von der EJKA ausgelobten Israel-Wettbewerbs, der Kalligraf Moran Haynal und der Künstler Georg Soanca-Pollak, präsentierten ihre Werke. Für die scheidende Generalkonsulin Carmela Shamir war es eine Freude, so viele Freunde Israels zu treffen. Zum Jubiläum gab es auch eine Geburtstagstorte. Diese war einem palmenbestückten Sandstrand mit Meeresbucht nachempfunden. Wer gerade in München und nicht in Tel Aviv war, konnte sich mit einem Stück dieser Köstlichkeit trösten. jbm/ikg

Hamburg

Mit Herz und Haltung

Alexandra Lachmann ist Musikerin und coacht Jugendliche für die Jewrovision

von Lorenz Hartwig  14.05.2026

Berlin

»Dieter Nuhr positioniert sich klar an der Seite jüdischen Lebens«

Der Kabarettist erhält den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden. Die Laudatio hält Ahmad Mansour

 13.05.2026

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026

Wettbewerb

»Die Jewrovision ist das Ereignis des Jahres«

Hanna Veiler über ihre erste Jewrovision, ihre neue Rolle als Moderatorin und die Zukunft für Juden in Deutschland

von Mascha Malburg  13.05.2026

Berlin

Auschwitz Komitee würdigt Albrecht Weinberg

Die Organisation hebt den Mut, die Menschenliebe und den Humor des am Dienstag verstorbenen Holocaust-Überlebenden hervor

 13.05.2026

Show

Auf die Bühne, fertig, Herzklopfen

Was verbinden Jugendliche mit der Jewrovison? Und wie schreibt man eigentlich einen guten Songtext? Vor der großen Show am Freitag in Stuttgart haben wir uns bei den 13 Teams aus ganz Deutschland umgehört

von Christine Schmitt  14.05.2026 Aktualisiert

Leer

Holocaust-Überlebender Weinberg mit 101 Jahren gestorben

Albrecht Weinberg hat drei Konzentrationslager und Todesmärsche überlebt. Für Aufsehen sorgte er mit der Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes. Nun ist er in Leer gestorben

 12.05.2026

Nachruf

Kämpfer für die Wahrhaftigkeit

Der Schoa-Überlebende Albrecht Weinberg ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Sein Freund, Luigi Toscano, verabschiedet sich

von Luigi Toscano  12.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026