Initiative

Ein eigener Verein für die Zukunft

Will mehr Menschen im Netz erreichen: Vereinsvorsitzender Avi Efroni Foto: Uwe Steinert

Von wegen, Vereinsgründungen seien eine typisch deutsche Angelegenheit. Unlängst haben einige in Berlin lebende Israelis einen eigenen Verein ins Leben gerufen. Initiator des Ganzen ist Avi Efroni, ein Israeli. Der 52-Jährige hatte die Idee zum »Forum Atid – Zukunft e.V.«, zu dessen Gründungsmitgliedern unter anderem auch der Journalist Eldad Beck, die Studentin Elisa Ahrens-Heimer und der Künstler Noam Braslavsky gehören.

»Die Initiative ... hat das Ziel, gegenseitiges Verständnis untereinander durch zwischenmenschliche Kontakte, Aktivitäten, soziale Netzwerke und Neue Medien zu erweitern«, heißt es in einer Information. Danach soll der Verein »den interkulturellen Dialog und den Austausch zwischen Deutschen und Israelis« fördern. Das klingt recht ambinioniert, zumal es bereits verschiedene Organisationen gibt, wie die Deutsch-Israelische-Gesellschaft, die sich ähnlichen Zielen widmen. Und erst vor wenigen Wochen stellte sich anlässlich des Besuches von Israels Staatspräsident Schimon Peres in Berlin die »Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum, Atid – Zukunft« der Öffentlichkeit vor, die ebenfalls die bilateralen Beziehungen stärken will. »Na ja,« lacht Efroni, »wahrscheinlich hatten wir etwa zur gleichen Zeit ähnliche Ideen.«

kontaktbörse Efroni betont, dass es aber zu den anderen Initiativen einen entscheidenden Unterschied gibt: »Wir sind Israelis. Wir sprechen die gleiche Sprache wie viele andere, die bislang hier in Berlin nicht erreicht worden sind.« Denen soll nun ein Angebot gemacht werden, sich kennenzulernen und in Verbindung zu bleiben. »Ich schätze, dass etwa 10.000 Israelis in Berlin leben. Darunter sind viele junge Menschen, und die fühlten sich von den bisherigen Angeboten nicht angesprochen.« Das soll anders werden. Efroni plant Filmabende, Vorträge, Begegnungen und vor allem Kontakt übers Internet.

Seit 2007 betreibt der Grafikdesigner die Webseite derberlinton.de, die Nachrichten und Hintergründe zum aktuellen Geschehen in beiden Ländern bringt, zugleich auch eine Plattform sein soll, Israelis und Deutsche zusammenbringen. Efroni ist ebenfalls im Facebook und anderen Netzwerken sehr aktiv. »Ich habe etwa 1.700 Adressen, an die ich meinen Newsletter versende.« So viele Mitglieder hat der Verein noch nicht. »Aber dafür sehr gute und engagierte Leute«. Nun sucht er noch finanzkräftige Unterstützer. »Und dann«, ist sich Efroni sicher, »wird man von uns noch viel hören.«

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