Nachruf

Ein echter Papenburger

Er war der einzige Schoa-Überlebende, der nach Papenburg zurückkehrte: Wilhelm Polak. Jetzt starb der Vater des jüdischen Comedian Oliver Polak kurz vor seinem 90. Geburtstag. Viele sahen in ihm den »Papenburger mit Leib und Seele«.

Denn trotz Verfolgung und Ausgrenzung, die sein Vater als Viehhändler und Schlächter in Papenburg zu ertragen hatte, trotz der Deportation ins Ghetto Riga und der Internierung im KZ Burggraben bei Danzig, wo ihn russische Soldaten befreiten, kehrte Wilhelm Polak nach Papenburg zurück. Seiner Schwester, die ebenfalls überlebt hatte, konnte er nicht in die USA folgen, da er wegen seiner Lungenkrankheit keine Einreisegenehmigung bekam.

Bauchladen Polak schlug sich mit einem Bauchladen durch, indem er mit dem Rad über Land fuhr und Stoffreste verkaufte. 1954 konnte er im ehemals elterlichen Betrieb sein eigenes Geschäft eröffnen. »Für Papenburg ist das Leben von Wilhelm Polak ein Zeichen dafür, dass selbst nach den Verheerungen und Gräueltaten des Nationalsozialismus ein Neuanfang in unserer Stadt möglich war«, würdigte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) ihn.

Seine Erlebnisse während der Schoa, die ihn nie losließen, veröffentlichte Wilhelm Polak in dem Buch Erinnerungen an eine unfreiwillige »Reise« – und zurück. Mit seiner Schwester Ilse in New York telefonierte er täglich. ja

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Januar bis zum 29. Januar

 21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Entscheidung

Noam Bettan startet beim ESC für Israel

Mehrere Länder boykottieren wegen Israels Teilnahme den Eurovision Song Contest 2026. Jetzt wurde entschieden, wer für das Land in diesem Jahr bei dem Musikwettbewerb an den Start geht

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München

Ein lebendiger Ort der Begegnung

Das neue Familienzentrum lud in der Reichenbachstraße zu einem »gemein(de)samen« Nachmittag ein

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Würdigung

Oldenburgerin Elke Heger erhält den Albrecht Weinberg-Preis

Die Oldenburger Pädagogin Elke Heger erhält für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Gemeinschaft zwischen Juden und Christen den Albrecht Weinberg-Preis. Zur Verleihung wird der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies erwartet

 20.01.2026

Essen

»Holo-Voices«: Zeitzeugen des Holocausts sollen für immer sprechen

Auf der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen startet ein Medienprojekt, das Zeugen des Holocausts mit Besuchern in einen Dialog bringt. »Holo-Voices« soll Zeitzeugen »eine Stimme für die Ewigkeit« geben

 20.01.2026

Gedenktag

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Am 27. Januar wird an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren erinnert. Dort und an vielen anderen Orten ermordeten die Nationalsozialisten Millionen Juden. Noch können Überlebende von dem Grauen berichten

 20.01.2026

Interview

»Man tut sich mit den toten Juden leichter als mit den lebenden«

Die Münchnerin Eva Umlauf ist Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Auf eine bestimmte Art des Gedenkens an die Opfer der Schoa schaut sie kritisch – und sagt, was sie sich wünscht

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Warnung

Holocaust-Überlebende besorgt um Zukunft der Demokratie

Sieben Holocaust-Überlebende berichten in dem Buch »Nach der Nacht«, welche politischen Entwicklungen ihnen Sorge bereiten

 19.01.2026