Nachruf

Ein echter Papenburger

Er war der einzige Schoa-Überlebende, der nach Papenburg zurückkehrte: Wilhelm Polak. Jetzt starb der Vater des jüdischen Comedian Oliver Polak kurz vor seinem 90. Geburtstag. Viele sahen in ihm den »Papenburger mit Leib und Seele«.

Denn trotz Verfolgung und Ausgrenzung, die sein Vater als Viehhändler und Schlächter in Papenburg zu ertragen hatte, trotz der Deportation ins Ghetto Riga und der Internierung im KZ Burggraben bei Danzig, wo ihn russische Soldaten befreiten, kehrte Wilhelm Polak nach Papenburg zurück. Seiner Schwester, die ebenfalls überlebt hatte, konnte er nicht in die USA folgen, da er wegen seiner Lungenkrankheit keine Einreisegenehmigung bekam.

Bauchladen Polak schlug sich mit einem Bauchladen durch, indem er mit dem Rad über Land fuhr und Stoffreste verkaufte. 1954 konnte er im ehemals elterlichen Betrieb sein eigenes Geschäft eröffnen. »Für Papenburg ist das Leben von Wilhelm Polak ein Zeichen dafür, dass selbst nach den Verheerungen und Gräueltaten des Nationalsozialismus ein Neuanfang in unserer Stadt möglich war«, würdigte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) ihn.

Seine Erlebnisse während der Schoa, die ihn nie losließen, veröffentlichte Wilhelm Polak in dem Buch Erinnerungen an eine unfreiwillige »Reise« – und zurück. Mit seiner Schwester Ilse in New York telefonierte er täglich. ja

Hamburg

Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

von Heike Linde-Lembke  16.02.2026

München

Brauchtum zu Besuch

Der Tanz der Schäffler im Hof der Sinai-Grundschule verband auf besondere Weise Geschichte und gelebte Gemeinschaft

von Esther Martel  16.02.2026

Restitution

Ideeller Wert

Provenienzforscher der Goethe-Universität übergeben der Jüdischen Gemeinde Frankfurt fünf Bücher

von Katrin Richter  16.02.2026

Trauer

Macher und »Mentsch«

Moritz Rajber war Netzwerker mit Leib und Seele. Nun ist er wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag gestorben

von Ellen Presser  16.02.2026

Konzert

Neue Klangwelten

Fünf Chöre laden zu einem Abend mit hebräischer, jiddischer, israelischer und synagogaler Musik. Dirigenten und Sänger erzählen, was sie mit ihren Ensembles verbindet

von Christine Schmitt  15.02.2026

Porträt der Woche

Die Gründerin

Gabriela Fenyes ist Journalistin und engagiertes Gemeindemitglied

von Heike Linde-Lembke  15.02.2026

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026

Karneval

Ganz schön jeck

Die Düsseldorfer Gemeinde lud zum traditionellen Prinzenpaarempfang. Sie will damit ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen

von Jan Popp-Sewing  12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026