Archäologie

Die Mikwe von Schmalkalden

Die 2015 bei archäologischen Untersuchungen im Zuge von Bauarbeiten für ein Wohnprojekt in der Altstadt von Schmalkalden entdeckte Mikwe hat für Archäologen und Kunsthistoriker einen besonders großen Wert. Zum einen ist ihre Bauform, die mehrere Becken nebeneinander aufweist, ungewöhnlich. Zum anderen ist es ihre Entstehungszeit. »So etwas gräbt man nur einmal in seinem Leben aus«, sagte Matthias Seidel vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen.

»Es handelt sich um eine Kellermikwe, die hauptsächlich durch Grundwasser gespeist wurde. Das Bauwerk muss in zwei Phasen entstanden sein«, erklärt Seidel. »Der älteste Teil wird dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert zugeordnet. Der zweite Teil gehört in die Bauzeit der Synagoge.« Diese entstand 1622 und existiert heute nicht mehr.

Stadtgeschichte Mit dem unverhofften Fund der Mikwe und den jetzigen Forschungen ändert sich auch der Blick auf die Stadtgeschichte Schmalkaldens, so der Archäologe. »Es haben offenbar Christen und Juden an dieser Stelle direkt nebeneinander gelebt. Nun wäre es wichtig, die Besitzverhältnisse der Häuser zu klären.« Seidel setzt auf eine archivarische Prüfung. »Wir müssten herausfinden, wer in den Häusern entlang der Judengasse gewohnt hat. Dann erhalten wir vermutlich auch die Antwort, wer die Mikwe einst übernommen und sie dann im 18. Jahrhundert wieder außer Kraft gesetzt hat.«

Wie »Archäologie Online« im Zuge der Berichterstattung über den Fund 2015 berichtete, lebten spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert Juden in Schmalkalden. Vor allem nach den deutschlandweiten Pogromen 1349 zogen wieder mehr Juden in die Stadt.

Bereits 2015 sprachen sich Archäologen dafür aus, die Untersuchungen fortzusetzen und »dieses einzigartige Zeugnis jüdischen Lebens in Thüringen« zu erhalten. Auf dem Gelände – etwa halb so groß wie ein Fußballplatz – werden bis Mitte 2018 elf Wohnungen entstehen. Die Mikwe soll dabei erhalten bleiben und für Besucher öffentlich zugänglich sein. Das betreuende Architekturbüro hatte nach dem Fund die ursprünglichen Baupläne des Wohnareals überarbeitet.

Jewrovision

»Wir glauben an uns«

Die Jugendlichen von Neschama performten einen eindrucksvollen Act und räumten den begehrten Videopreis ab

von Luis Gruhler  11.06.2026

Berlin

Jüdischer Juristenverband als herausragende soziale Initiative ausgezeichnet

Die Organisation jüdischer Juristen ist eines von 25 Projekten, die vom Verein »startsocial« für ihr Engagement gewürdigt wurden. Gastgeber der Ehrenveranstaltung war Bundeskanzler Friedrich Merz

 11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Berlin

Kleine Botschafter

Beim Innovationswettbewerb »Building Bridges« der israelischen Vertretung in Deutschland wurden vier Projekte ausgezeichnet. Eine Ehrung für gelebten Austausch

von Katrin Richter  10.06.2026