Bayern

Die ehemalige Synagoge von Gleusdorf wird zum Lernort umgewandelt

Gleusdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Untermerzbach im unterfränkischen Landkreis Haßberge. Foto: imago images/Fotostand

In Gleusdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Untermerzbach im unterfränkischen Landkreis Haßberge, dienen seit Sonntag eine ehemalige Synagoge und ihr Nebengebäude als Lern- und Geschichtsort.

An der pandemiebedingt auf einen kleinen Kreis begrenzten Eröffnung nahmen unter anderem Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Bayerns Antisemitismusbeauftrager Ludwig Spaenle teil.

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In seinem Grußwort sagte Josef Schuster, die Gemeinde zeige mit dem Projekt, dass die jüdischen Bewohner über viele Jahre ganz selbstverständlich in dem Ort gelebt hätten. Schuster lobte das Konzept der Ausstellung, belege es doch einerseits das große Engagement der Bürger in Sachen Erinnerungskultur, und andererseits beleuchte die Initiative einen wenig bekannten Aspekt des jüdischen Lebens in Bayern und fülle so eine Leerstelle.

Gleusdorf verfügt über eine lange jüdische Geschichte. Juden hatten in dem Ort seit dem 16. Jahrhundert gelebt.

Ludwig Spaenle hob laut »Main-Post« den Stellenwert solcher Projekte hervor: »Man kann gegen Antisemitismus etwas tun: Mit Bildung.«

SCHEUNE Der neue Lernort widmet sich sowohl der jüdischen Geschichte des Dorfes Gleusdorf als auch der allgemeinen Ortshistorie. Der letzte Jude zog 1909 aus Gleusdorf weg. Das dortige Synagogengebäude wurde verkauft und fand eine langjährige Nutzung als Scheune. Die Synagoge und ihr Nebengebäude wurden in den vergangenen Jahren saniert.

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Gleusdorf verfügt über eine lange jüdische Geschichte. Juden hatten in Gleusdorf seit dem 16. Jahrhundert gelebt. Die Gemeinde wuchs auf über zehn Familien im Laufe der Jahre an. Viele Gleusdorfer Juden wanderten später in die USA aus. Der prominenteste unter ihnen ist Lazarus Morgenthau. Sein Enkel Henry Morgenthau, US-Finanzminister, steht heute vor allem für den berühmten Morgenthau-Plan.

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht zum Thema in der nächsten Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

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