Jewrovision in Stuttgart

Der Gewinner heißt JuJuBa!

Ganz in Weiß: Der Auftritt von JuJuBa überzeugte die Jury. Foto: Gregor Matthias Zielke

Die Jewrovision 2026 ist am Freitagabend mit der Preisverleihung in Stuttgart zu Ende gegangen. Der erste Platz für die beste Bühnenshow ging an JuJuBa, einen Zusammenschluss jüdischer Jugendzentren aus Baden. Platz zwei belegte Olam Berlin, auf Platz drei kam We.Zair Westfalia. Zusätzlich zu den aufwendig gestalteten Auftritten reichte jedes der 13 Teams auch ein Musikvideo ein. Den Preis für das beste Video erhielt Neschama München.

Der Musikwettbewerb der jüdischen Jugendzentren wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland organisiert. Etwa 1.350 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland kamen dieses Jahr für die Jewrovision in die baden-württembergische Hauptstadt.

»Dunkle Zeit, kein Licht zu sehen / Keine Hoffnung, doch wir bleiben nicht stehen«

songzeile aus dem gewinnerlied von jujuba baden

Über die Punktvergabe entschied eine Jury aus Vertretern der jüdischen Gemeinschaft sowie bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und der Musikwelt, darunter die Schauspielerin Lina Larissa Strahl, der Influencer Aaron Morali und der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann.

Eine Bühnenshow im Western-Stil

JuJuBa konnte die Jury mit einer Show überzeugen, die auf den Melodien der Songs »Gangsta’s Paradise« von Coolio und »Get Low« von Lil Jon & The East Side Boyz beruhte. Dazu sangen die Jugendlichen aus Baden zum Beispiel die Liedzeile »Dunkle Zeit, kein Licht zu sehen / Keine Hoffnung, doch wir bleiben nicht stehen«. Die aus etwa zwei Dutzend Personen bestehende Tanz- und Gesangsgruppe war ganz in Weiß gekleidet, einige trugen Cowboyhüte. Bühnenbild und Tanzeinlagen waren im Western-Stil gehalten.

Das Jugendzentrum Olam aus Berlin variierte in seiner Performance eine Reihe an Songs der schwedischen Band Abba. Zu »Mamma Mia« sangen die Jugendlichen aus der Hauptstadt zum Beispiel »Reich mir deine Hand / Sei bereit / Und kämpf für deine Jüdischkeit«. We.Zair Westfalia, ein Zusammenschluss mehrerer Jugendzentren aus Nordrhein-Westfalen, sang zur Melodie von »New Day Will Rise« der israelischen Sängerin Yuval Raphael die Zeilen »Steh auf und sprich, du bringst das Licht / Für dich und für mich, ist Hoffnung in Sicht« - und belegte damit Platz drei.

Die anderen Jugendzentren belegten folgende Plätze: 4. Amichai Frankfurt, 5. Emet Nürnberg & Am Echad Bayern, 6. Chai Hannover, 7. Kadima Düsseldorf, 8. Jachad Köln & Kavanah Aachen, 9. Neschama München, 10. Halev Stuttgart, 11. Chasak Hamburg & Atid Bremen, 12. Chaverim Leipzig, 13. Emuna Dortmund

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Der Preis für das beste Video ging an Neschama München. In dem Clip performen die Jugendlichen aus Bayern einen eigenen Rap-Song, in dem es um jüdisches Selbstbewusstsein geht. Darin heißt es unter anderem: »Jewish vipes, big hope / Nur Haschem macht dich groß«.

Sowohl das Gewinnervideo als auch die Texte praktisch aller Auftritte thematisieren das für den Alltag jüdischer Jugendlicher in Deutschland prägende Spannungsfeld aus zunehmendem Antisemitismus einerseits und dem Gefühl des Stolzes auf das eigene Jüdischsein andererseits. Passend zum Motto der diesjährigen Jewrovision - »Voices of Hope« - war ein weiterer roter Faden in allen Beiträgen die Hoffnung auf bessere Zeiten. js

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