Louis Lewandowski Festival

Chöre in der Synagoge

Konzert in der Synagoge Rykestraße Foto: Gregor Zielke

Am Donnerstag wird das Louis Lewandowski Festival offiziell eröffnet. Um 18 Uhr findet in der Synagoge Pestalozzistraße das erste Konzert statt. Das Ensemble Profeti della Quinta hat sich auf das Repertoire des 16. und frühen 17. Jahrhunderts spezialisiert.

Musikalischer Schwerpunkt des Festivals ist diesmal die Zeit der jüdischen Renaissance und des Barocks in der Synagogalmusik und der Komponisten vor Lewandowskis Zeit. Beispielhaft für diese frühen Werke der Synagogalmusik ist der jüdisch-italienische Komponist Salamone Rossi (1570–1630).

Er veröffentlichte eine ganze Reihe von sakralen hebräischen Chorwerken, darunter den »Gesang des Salomon«, das erste dieser Art. Die Komposition war zwar vom madrigalen Stil und der Motette geprägt, zugleich aber dazu gedacht, in der Synagoge gehört zu werden.

komponisten Weitere Komponisten, deren Werke beim Festival der Synagogalmusik erklingen werden, sind Carlo Grossi, Lodovico Saladin, Giuseppe Vita Clave und Christiano Giuseppe Lidarti. Das sechste Lewandowski-Festival ist diesen Pionieren gewidmet. »Ihre Kompositionen für die jüdischen Gebete, die vorliturgischen Feiern und die jüdische Gemeinschaft haben Louis Lewandowski und seinen Zeitgenossen im 19. Jahrhundert den Weg bereitet«, heißt es im Programm.

Der Titel des Konzerts am Samstag in den Reinbeckhallen in Oberschöneweide steht programmatisch für die Flexibilität des Festivals: So ist »Chor für Chor im Louis’ LAB« als Experiment gedacht, bei dem sich die Festivalchöre aus Leipzig, Johannesburg und Berlin treffen werden, um gemeinsam zu singen und einander zuzuhören. Auf dem Programm stehen Werke von Lewandowski, die von jedem Chor anders interpretiert werden. Ebenso sind die Zuhörer eingeladen, mitzusingen und so aktiv Teil des Festivals zu werden.

Beim traditionellen Abschlusskonzert am Sonntag in der Synagoge Rykestraße werden alle Chöre gemeinsam auftreten: die Profeti della Quinta aus Basel, der Leipziger Synagogalchor, das Ensemble Berlin, The Lewandowski Chorale aus Johannesburg, der Jugendchor der Belsize Square Synagogue aus London sowie der Jugendchor der Synagoge Pestalozzistraße Berlin. Nils Busch-Petersen agiert wieder als Festivaldirektor, Regina Yantian ist Künstlerische Leiterin.

Infos unter www.louis-lewandowski-festival.de

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026