Kerzenzünden

Chanukka on Ice

Einen ganz besonderen Chanukkaabend gab es am Samstag nach Schabbatausgang im Münchner Prinzregentenstadion: Chanukka on Ice. Auf Süddeutschlands ältester Freiluft-Kunsteisbahn stand eine große Chanukkia. Kinder, Jugendliche und Erwachsene drehten um sie herum ihre Runden. Als der große Moment des Kerzenzündens kam, gingen auch Rabbiner Steven E. Langnas und Präsidentin Charlotte Knobloch auf die Eisfläche. Letztere gratulierte dem neuen Jugendleiter Marat Schlafstein zu der großartigen Idee.

In ihrer kurzen Ansprache gedachte sie bei aller Freude über die Veranstaltung auch der Opfer der Brandkatastrophe im Karmel-Gebirge in Nordisrael. Dann entzündete Rabbiner Langnas die vier Chanukka-Lichter und das Maos-Zur erklang in dem Stadion.

Prinze Zu der Veranstaltung, zu der das Jugendzentrum Neshama und die IKG gemeinsam eingeladen hatten, waren auch die Jugendlichen der ZJD mit ihrem neuen Vorstand Kfir Yehuda und Mitglieder des Studentenverbandes gekommen. Viele Mitglieder des Sportvereins Maccabi waren da. Vom Vorstand der IKG ließen sich außer Präsidentin Knobloch auch die für die Jugendarbeit Zuständigen begeistern, Peter Snopkowski, Ariel Kligmann und Talia Presser sowie weitere Vertreter, zum Beispiel Judith Epstein. Nicht nur sie erinnerten sich an die eigene Kindheit und Jugend, in der sie hier im Winter viele Nachmittag und Abende auf dem Eis verbrachten. Das »Prinze«, wie das Stadion in München genannt wird, war und ist Treffpunkt seit Generationen und für Generationen.

So waren auch an diesem Abend vom Kleinkind im Kinderwagen bis zu Großeltern viele Menschen aus der IKG gekommen. Wer sich nicht aufs Eis wagte, verfolgte das Geschehen von der Bande aus. Sufganiot, Tee und »Kinderpunsch« trugen ebenso wie die gute Stimmung dazu bei, die Winterkälte ein wenig zu vergessen. Wer kurz entschlossen doch noch aufs Eis wollte, lieh sich in dem städtischen Stadion einfach Schlittschuhe aus. Aus der Nähe war die Chanukkia noch besser zu bewundern.

Eismodelle Das vergängliche Kunstwerk aus Eis hatte das Thomas Tremml Iceteam geschaffen. So mancher Besucher erinnerte sich dabei auch an die Eröffnungsfeierlichkeiten der Ohel-Jakob-Synagoge: Damals schmückten Eismodelle dieses Teams von der alten und der neuen Münchner Hauptsynagoge das Dessert-Büffet.

Angesichts dieses gelungenen Abends freute sich Marat Schlafstein gemeinsam mit Präsidentin Knobloch besonders darüber, dass hier nicht nur die Jugend mit all ihren Organisationen zu einem gemeinsamen Event zusammengekommen war. Das generationenübergreifende Miteinander begeisterte sie ebenso wie das der Gemeindemitglieder aus unterschiedlichen Ländern. Ariel Kligmann zum Beispiel, seit 1992 in München, drehte mit Begeisterung seine Runden und erzählte, dass er mit seiner Enkelin, als diese noch kleiner war, immer gerne hierher zum Eislaufen kam.

Klar, dass sich bei so viel Zustimmung eine Wiederholung im kommenden Jahr anbietet. Dass auch Rabbiner Steven Langnas im kommenden Jahr gerne wieder dabei sein wird, steht zu erwarten. Zu dem Jugendleiter hatte er nach dem Lichterzünden scherzhaft gemeint: »Als Rabbiner begibt man sich ja oft aufs Glatteis. Aber heute hab’ ich das ganz wortwörtlich getan!«

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Jewrovision

Unterwegs zum Wettbewerb

Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

von Christine Schmitt  19.02.2026

Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

von Anja Bochtler  19.02.2026

Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

 18.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026