Leipzig

Capa-Haus als Erinnerungsort

Ausstellungsraum in Leipzig Foto: CAPA culture

Das Leipziger »Capa-Haus« soll als NS-Erinnerungsort dauerhaft zugänglich werden. Anfang September eröffnet in dem Gebäude in Leipzig-Lindenau die Dauerausstellung War is Over, die dem Kriegsfotografen Robert Capa (1913–1954) gewidmet ist, wie das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig am Montag mitteilte.

Die Schau erinnere zudem an Capas Partnerin Gerda Taro (1910–1937). Sie war ebenfalls Kriegsfotografin und starb mit nur 26 Jahren im Spanischen Bürgerkrieg.

fotoserie Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung steht nach Angaben des Museums Capas weltbekannte Fotoserie »Last Man to Die«. Die Aufnahmen entstanden kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges während der Kämpfe zur Befreiung Leipzigs durch US-amerikanische Truppen im April 1945.

Dokumentiert wird in der Serie unter anderem der Tod des US-Soldaten Raymond J. Bowman. Der in Ungarn geborene Capa war im Frühjahr 1945 als US-amerikanischer Fotograf mit den Alliierten nach Leipzig gekommen. Im heutigen »Capa-Haus«, in der Jahnallee 61, nahm er das Foto des Soldaten Bowman auf.

mietshaus Das Gebäude wurde von 1909 bis 1910 als Mietshaus im Jugendstil errichtet. Die dort eingerichtete Dauerausstellung ist Teil des Stadtgeschichtlichen Museums. Damit ist das historische Gebäude laut Museum eine der wichtigsten Erinnerungsstätten an den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg in Leipzig.

Nach jahrzehntelangem Verfall war das Haus von einer Bürgerinitiative wiederentdeckt und vor dem Abriss bewahrt worden. In den Jahren 2015 und 2016 konnte es mithilfe eines privaten Investors saniert werden. epd

Engagement

Grenzenlose Solidarität

Spenden und Gespräche: Die jüdische Community ist schockiert über die dramatische Lage in der Ukraine und hilft – jeder so, wie er kann

von Christine Schmitt  23.02.2026 Aktualisiert

Sally Bein

Reformpädagoge in schwieriger Zeit

Ein deutsch-israelisches Autorenduo zeichnet das Leben und Wirken filmisch nach

von Alicia Rust  23.02.2026

Lesen

Mehr als eine Familiengeschichte

Jan Mühlstein stellte im Gemeindezentrum sein neues Buch vor, das persönliche Erinnerungen mit europäischer Geschichte verknüpft

von Esther Martel  23.02.2026

Beni-Bloch-Preis

Jugend erinnert

Die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main vergibt die Auszeichnung an Gedenkprojekte von Schülerinnen und Schülern aus Hessen

von Katrin Richter  23.02.2026

Porträt der Woche

»Das wird mein Leben«

Mayan Goldenfeld verliebte sich in die Opernwelt und wurde Sängerin

von Gerhard Haase-Hindenberg  23.02.2026

Göttingen

Ehrendoktortitel für Holocaust-Überlebenden Leon Weintraub

Auch Ehrung mit Friedenspreis geplant

 23.02.2026

Berlin

Gedenken an Proteste von 1943 in der Rosenstraße

Der Protest von wahrscheinlich mehreren hundert Frauen in der Berliner Rosenstraße während der zwölfjährigen NS-Diktatur gilt als beispiellos. An den lange vergessenen Widerstand wird am Donnerstag erinnert

 23.02.2026

München

Religiöse Heimat

Die Stadtteilsynagoge Sha’arei Zion in der Georgenstraße ist seit Jahrzehnten ein Zentrum jüdischen Lebens in Schwabing

von Esther Martel  22.02.2026

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026