Chanukka

Basar in der Synagoge Pestalozzistraße

Naomi Birnbach Foto: Naomi Birnbach

Chanukka

Basar in der Synagoge Pestalozzistraße

Naomi Birnbach über das große Event, das am 3. Dezember ansteht

von Christine Schmitt  30.11.2023 09:32 Uhr

In Berlin hat der Chanukka-Basar eine lange Tradition. Früher wurde er von der WIZO organisiert, später von Betern. Am Sonntag, den 3. Dezember 2023 von 12:00 bis 18:00 Uhr findet die diesjährige Ausgabe in der Synagoge Pestalozzistraße statt.

Wann besuchten Sie denn zum ersten Mal einen Chanukka-Basar?
Vor etwa zehn Jahren. Den Basar der Synagoge Pestalozzistraße gibt es ja schon lange. Zu Beginn fand er noch im Gemeindehaus in der Fasanenstraße statt. Damals wurde er initiiert, um Spenden für die Renovierung der Synagoge zu sammeln. Dass immer so viele Leute kamen, vermittelte mir ein schönes Gefühl von Gemeinschaft, Verbundenheit, Zusammenhalt und Freude.

Sie haben vor Jahren den Mitzwa-Express ins Leben gerufen, der Pakete zu den Hohen Feiertagen für die Gemeindemitglieder packt. Außerdem engagieren Sie sich häufig und gehören nun auch diesem Team an. Wie begann ihr Engagement?
Zu Beginn habe ich beim Basar ausgeholfen und zum Beispiel Kuchen für den Kuchenverkauf gebacken und an den Ständen geholfen. Dem Basar-Team ist es schon immer ein Anliegen gewesen, die jüdische Gemeinschaft zu stärken - davon wollte ich ein Teil dessen werden. Seitdem gehören der Mitzwa-Express und der Chanukka-Basar zusammen. So können wir besonders in schweren Zeiten den Zusammenhalt innerhalb der jüdischen Gemeinschaft stärken und den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken, zuerst während der Corona-Pandemie und jetzt erst recht.

Warum findet der Basar wieder in der Synagoge statt?
Nach der Pandemie wussten wir nicht, wie es weitergehen wird. Als wir 2022 mit der Organisation für den letzten Basar begonnen haben, war nicht klar, ob es wieder einen Lockdown oder andere Verbote geben würde. Unsere Vorbereitungen beginnen viele Monate vorher. So war die Überlegung, die eigentliche Indoor-Veranstaltung teilweise nach draußen zu verlegen. Damit wurde die Veranstaltung kleiner und bekam einen stärkeren Bezug zu unserer Synagoge. Und weil wir im vergangenen Jahr auf so einen überwältigenden Andrang gestoßen sind, die Reaktion der Besucher sehr positiv war und alle sich so wohl gefühlt haben, dachten wir uns, wir machen es einfach noch einmal in der heimischen Atmosphäre unserer Synagoge. Im letzten Jahr kamen so viele Besucher, dass Glühwein und Latkes schnell ausverkauft waren. Für den Basar am 03. Dezember haben wir entsprechend vorgesorgt.

Was erwartet die Besucher?
Ein geselliges Beisammensein und viele schöne Marktstände. Wir haben in diesem Jahr einen stärkeren Fokus auf jüdische Sachen. So gibt es eine große Auswahl an Judaica, Geschenkartikel und Schmuck. Kulinarisch gibt es alles, was das Herz begehrt: frische Waffeln und Kuchen, Falafel und Latkes, koscheren Glühwein und Kaffee. Für die Kinder gibt es Kinderpunsch. Und dann haben wir neben einem tollen Kulturprogramm mit Live-Musik noch ein weiteres Highlight: eine Tombola.

Was kann man gewinnen?
Dank zahlreicher großzügiger Spender haben wir in diesem Jahr viele tolle Preise, wie Gutscheine für Restaurantbesuche, für Fußballspiele und andere Sportereignisse, aber auch für Konzerte und Theater. Es gibt auch Gutscheine für Luxushotels, Spa-Wochenenden und viele andere schöne Sachen, die die Besucher gewinnen können.

Gibt es auch ein wieder Kulturprogramm?
Ja, es ist in diesem Jahr sehr vielfältig, es treten verschiedene Chöre auf und auch der Musiker Boris Rosenthal wird spielen. Weitere Highlights sind die Sängerin Roksana Vikaluk, Ola und die LeChaim-Band sowie das Ensemble Mario & Natti: eine Opernsängerin, die von einer Marionette auf dem Klavier begleitet wird. Ich freue mich sehr auf das Programm.

Wohin gehen die Einnahmen?
Zunächst haben wir in diesem Jahr lange gezögert, ob wir in den dunklen Zeiten nach dem 7. Oktober überhaupt einen Basar machen sollen. Wir finden jedoch, dass es gerade jetzt wichtig ist, zusammen zu sein, zumal es uns schon immer ein Anliegen ist, die Gemeinschaft zu stärken. Darüber hinaus möchten wir in diesem Jahr gezielt auch etwas für Israel tun: Der Chanukka-Basar findet in diesem Jahr unter dem Motto »Spread Light for Chanukka« statt. Den Erlös spenden wir Kindern in Israel. Gleichzeitig stärken wir das Gefühl des Zusammenhalts, denn auch Jüdinnen und Juden in Berlin brauchen dieser Tage Licht und Hoffnung.

Was wäre für Sie jetzt im Moment ein Chanukka Wunder?
Ein Wunder wäre es, wenn alle Geiseln freigelassen würden und das Licht die Dunkelheit ablöst - vor allem für die Menschen in Israel, aber auch auf der ganzen Welt.

Mit Naomi Birnbach sprach Christine Schmitt.

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026

Solingen

100 Porträts jüdischer Künstlerinnen im Zentrum für verfolgte Künste

Die Ausstellung erzählt von künstlerischen Lebenswegen zwischen Krieg, Verfolgung und Neubeginn, wie das Museum ankündigte

 11.03.2026

Programm

Kakaniens Kinder, Jakobs Zelte und Israels Superfood: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. bis zum 19. März

 11.03.2026

Hilfe

Gestrandet in Deutschland

Viele Israelis wurden im Ausland vom Beginn des Krieges mit dem Iran überrascht. Sie finden Unterstützung bei der israelischen und jüdischen Gemeinschaft vor Ort

von Joshua Schultheis  11.03.2026

Meinung

Jüdisches Leben gehört zum Ländle

Nach der Wahl in Baden-Württemberg kann die jüdische Gemeinschaft darauf vertrauen, auch künftig einen zuverlässigen Partner in der Landesregierung zu haben. Einzig das gute Abschneiden der AfD bereitet Sorgen

von Barbara Traub  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026

Berlin

150 Rabbiner am Brandenburger Tor

Ein Fototermin setzt ein Zeichen: Rabbiner zeigen, wie jüdisches Leben heute Europa prägt. Was beim Treffen sonst noch auf dem Programm steht

 11.03.2026