Angebote

Basar, Gala, Lesung

Die große WIZO-Gala, glanzvoller Höhepunkt eines jeden WIZO-Jahres, der Basar mit seinem besonders beliebten Secondhand-Modeangebot oder die vielen kulturellen Veranstaltungen wie etwa Konzerte und Lesungen: nichts von alledem wäre möglich ohne die engagierte Mitarbeit zahlreicher ehrenamtlicher Helfer. Doch neben den großen Veranstaltungsklassikern lassen sich die WIZO-Frauen immer wieder Neues einfallen. So starteten sie in Frankfurt im vergangenen Jahr mit einer Reihe von Lesungen. Das Besondere an ihnen: Musik spielt ebenfalls eine Rolle. So gingen in diesem Jahr Krimis und Klesmermusik eine reizvolle Symbiose auf der Bühne ein. Bereits seit einigen Jahren lädt WIZO Frankfurt zu Purim-Lunapark ein, ein buntes Kostümspektakel, bei dem die Jüngsten, fantasievoll geschminkt, einen ganzen Nachmittag lang im Mittelpunkt stehen. Ein Spaß vor allem für junge Familien. Im Organisationsteam ist denn auch gerade eine jüngere Generation von WIZO-Frauen aktiv.

»Wir gehen mit der Zeit«, sagt WIZO-Deutschland-Präsidentin Rachel Singer mit einem gewissen Stolz in ihrer Stimme. »Deshalb sind wir jetzt auch auf Facebook vertreten.« Die Frauen seien schon sehr aktiv, sagt die WIZO-Deutschland-Vorsitzende. Dennoch müsse man die Ziele immer höher ansetzen, als man sie erreichen kann. »Deshalb würde ich mir wünschen, dass sich noch viel mehr Frauen ehrenamtlich engagieren.«

unterstützer Die WIZO von Frauen für Frauen gegründet, stellt bis heute das weibliche Geschlecht das Gros der WIZO-Helfer. Doch immer wieder erhalten die WIZO-Frauen tatkräftige Unterstützung, etwa von Ehepartnern, Freunden, Brüdern. Nämlich immer dann, wenn bei den Vorbereitungen zu einer Veranstaltung physische Kraft benötigt wird. In Berlin, so Rachel Singer, haben die Männer aber auch ein Fußballspiel allein organisiert.

Die besondere weibliche Qualität des WIZO-Engagements macht Rachel Singer schnell aus. Frauen seien prädestiniert für »alles, was mit Emotionen zu tun hat. Sie bringen ein Verständnis für Erziehung und das Wissen um die Bedeutung von Bildung für Kinder und ihre Familien mit.« Zeigten politisches Engagement für die Rechte von Frauen.

Junge kräfte Auch wenn eine neue, junge Generation nachrückt, es gibt sie noch: jene WIZO-Frauen, die sich ein ganzes langes Leben lang für die gute Sache eingesetzt haben. Frauen wie Hedy Hornstein, WIZO-Veteranin der ersten Stunde und Ehrenmitglied. Aber auch Renée Schermann, die tragischerweise am 11. Juni des vergangenen Jahres verstarb. Sie zählte zu den ersten WIZO-»Avivniks«, war – wie es Rachel Singer sagt – »eine echte Teamplayerin«. Unterstützt von ihrem Mann David und einigen wenigen Helferinnen war sie für die Kleiderstände des WIZO-Basars zuständig.

»Nach dem Basar ist vor dem Basar« lautete Renée Schermanns Motto, denn bereits kurz nach Ende des Events startete sie mit den ersten Vorbereitungen für den nächsten. Sie schrieb Modefirmen an mit der Bitte um Textilspenden, sammelte tonnenweise gut erhaltene Kleiderspenden im gesamten Frankfurter Stadtgebiet, bügelte, besserte aus. Und wer das große Gewühl beim Basar scheute und die Intimität einer privaten Ankleiderstube bevorzugte, der konnte mit der besten Freundin oder der Mama Renée Schermanns exklusivste Fundstück in deren Privatwohnung anprobieren.

Heimarbeit Das Schöne an WIZO sei, so Rachel Singer, vor allem eines: »WIZO beginnt schon zu Hause.« Dann etwa, wenn das Motto »WIZO kocht« lautet und die Aktiven zu Hause am Herd stehen und das Essen »später rüberbringen«. Wenn die 61-jährige Shula Meron Falafeln ihrer Heimat zubereitet oder Natascha Levina (55) »wochenlang ihre Piroggen in Handarbeit vorbereitet«. »Schön an WIZO ist aber auch«, sagt Rachel Singer, »dass wir offen sind für neue Ideen.« Wer einen politischen Abend organisieren will, ist genauso willkommen wie Helfer, »die ganz einfach nur eine nette Grillfete auf die Beine stellen möchten«.

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