Berlin

Austritt als letzte Konsequenz

Albert Meyer (l.) und Benno Bleiberg in der Repräsentantenversammlung 2005 Foto: Marco Limberg

Der ehemalige Gemeindevorsitzende Albert Meyer und der frühere Repräsentant und stellvertretende Gemeindevorsitzende Benno Bleiberg haben am heutigen Mittwoch ihren Austritt aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erklärt. »Dies ist ein schmerzhafter Schritt«, sagte Meyer, »aber wir haben feststellen müssen, dass jegliche demokratischen Spielregeln unter der aktuellen Gemeindeführung verletzt werden. Die Gemeinde pflegt nicht mehr die durch uns und andere langjährige Mitglieder vertretenen Werte.«

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sie sei über Monate gereift, so Albert Meyer. »Aber nachdem auch das Neuwahlbegehren in einer derart undemokratischen Art und Weise abgeschmettert wurde, können wir nicht mehr schweigend zusehen.«

Der 67-jährige Anwalt und Notar verwies auf seine langjährige Mitgliedschaft, und darauf, dass er sich zeitlebens für die Gemeinde engagiert habe. Und, ergänzt Meyer, entstammten aus seiner Familie in früheren Jahrzehnten Rabbiner und führende Funktionäre der Berliner Gemeinde.

Entscheidung Auch der 60-jährige Benno Bleiberg, ebenfalls Anwalt und Notar, betont: »Ich bin seit Geburt Mitglied dieser Gemeinde. Und schon mein Vater war einer derjenigen, die nach der Schoa die Gemeindesynagoge am Fraenkelufer wieder zum Leben erweckt haben.«

Insofern habe er sich diesen Schritt lange überlegt, die Entscheidung sei ihm sehr schwergefallen, aber angesichts des derzeitigen Zustandes der Institution gebe es keine Alternative. »Dies heißt aber nicht, dass ich mich von der jüdischen Gemeinschaft abwende. Und sollten demokratische Verhältnisse in der Gemeinde wiederhergestellt sein, bin ich der Erste, der dann wieder eintritt.« ja

Rheinland-Pfalz

SchUM-Kulturtage Speyer präsentieren jüdisches Leben

Ob ein Kochkurs mit dem Landesrabbiner oder jiddische Lieder mit dem Oberkantor: Die SchUM-Kulturtage laden ab Oktober mehr als einen Monat lang dazu ein, die jüdische Kultur kennenzulernen

 14.09.2026

Kino

»Ich habe keine Heimat«

Eine Dokumentation über Albrecht Weinberg erzählt von Verfolgung, Erinnerung und der schwierigen Rückkehr in das Land der Täter

von Esther Martel  14.09.2026

Porträt der Woche

Der Barockmusiker

Moshe Haas stammt aus Israel, ist Kantor und liebt Johann Sebastian Bach

von Anja Bochtler  14.09.2026

Berliner Leuchtturmprojekt

Musikalische Stolpersteine jetzt in fünf Bundesländern

Mehrere Tausend in Gehwegen eingelassene »Stolpersteine« halten europaweit die Erinnerung an Verfolgte des Naziregimes wach. Jetzt gibt es auch »Stolperstein«-Podcasts

 14.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit. Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus geht der Preis in diesem Jahr an NRW-Ministerin Neubaur

 14.09.2026

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Neujahr

Mit Tatkraft und Ausdauer

Gerade in diesen Zeiten müssen wir als jüdische Gemeinschaft die Werte der Demokratie verteidigen. Denn auch wir tragen Verantwortung – mehr denn je

von Charlotte Knobloch  11.09.2026

Berlin

Bundespräsident Steinmeier: Müssen alles daran setzen, Antisemitismus zu bekämpfen

»Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind« schreibt Frank-Walter Steinmeier

 11.09.2026

Imkerei

»Bienen muss man respektieren«

Wie bei vielen Juden steht bei den Gempels zu Rosch Haschana Honig auf dem Tisch. Doch bei ihnen kommt er aus dem eigenen Garten. Ein Ausflug nach Leipzig

von Mascha Malburg  11.09.2026