Weimar

Auschwitz Komitee verurteilt Angriff auf Gedenkprojekt

Zerstörter junger Baum der »1000 Buchen»«-Initiative Foto: dpa

Nachdem Unbekannte ein Erinnerungsprojekt für Opfer des Nationalsozialismus in Weimar wiederholt beschädigt haben, hat das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) die Attacke verurteilt.

»Die Schändungen des Weimarer Gedenk-Projektes an die Todesmärsche vom Lager Buchenwald sind für Auschwitz-Überlebende ein erneuter Beleg dafür, mit welchem Hass und Zerstörungswillen Rechtsextreme und Neonazis in Deutschland in die Gesellschaft dringen«, erklärte der geschäftsführende IAK-Vizepräsident Christoph Heubner am Mittwoch. Die Rechten versuchten immer öfter, die Erinnerungen an die Verbrechen der Nationalsozialisten aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, so Heubner weiter.

Todesmarsch Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Unbekannte mehrere Bäume des »1000 Buchen«-Projekts vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda zum wiederholten Mal beschädigt hatten.

Das Projekt soll an die Todesmärsche aus dem Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sowie an die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten erinnern. Das Lebenshilfe-Werk und auch die Stadt Weimar vermuten einen politischen Hintergrund.

Das IAK sei auch deshalb besonders getroffen, weil ein Baum zur Erinnerung an den Ehrenvorsitzenden des Internationalen Auschwitz Komitees, Kurt Julius Goldstein, gepflanzt worden war, schrieb Heubner. Goldstein war von Auschwitz aus nach Buchenwald deportiert worden und dort an der Befreiung der Häftlinge beteiligt gewesen.  dpa

Brief

Wie erinnert ihr euch heute?

Unsere Autorin schreibt über ihren Großvater – er hat Auschwitz und einen »Todesmarsch« überlebt

von Eva Lezzi  26.01.2020

Porträt der Woche

Die Umweltrebellin

Maayan Bennett absolvierte ein Freiwilligenjahr und engagiert sich für Klimaschutz

von Matilda Jordanova-Duda  26.01.2020

Gedenken

»Sie werden Zeugen der Zeitzeugen«

Aron Schuster über Besuche von Jugendlichen in Auschwitz und den »Marsch der Lebenden«

von Ayala Goldmann  26.01.2020

Berlin

»Die Bühne muss mobil sein«

Kulturmanager Peter Sauerbaum über Pläne für ein jüdisches Theaterschiff und Bildungsarbeit mit Schülern

von Christine Schmitt  25.01.2020

München

Judenfeindliche Demo abgesagt

Rechtspopulistische »Pegida« wollte direkt vor Synagoge und zu Schabbatbeginn gegen Beschneidung demonstrieren

 24.01.2020

München

Gefährdung, Präsenz, Porträt

Meldungen aus der IKG

 23.01.2020

Dokumentation

Eine rote Linie überschritten

Die Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz eröffneten mit »The Invisible Line« von Emanuel Rotstein

von Helmut Reister  23.01.2020

Auschwitz

Retter und Gerettete

Ruth Melcer erlebte die Befreiung des KZs vor 75 Jahren. David Dushman steuerte einen der Panzer der Roten Armee – beide sind heute Mitglied der IKG

von Helmut Reister  23.01.2020

Landsberg

Leben in der Betonröhre

Ein Schoa-Überlebender besucht den Ort, an dem er einst Zwangsarbeit leistete

von Thomas Muggenthaler  23.01.2020