Benefiz

Aufklärung statt Angst

Sie kämpfen mit ihrem Engagement in Sachen Brustkrebsaufklärung gegen eine tödliche Krankheit. Tatkräftige Unterstützung dabei erhielten Anita Kaminski, Renate Dubinin-Domcke, Laili Gitbud, Christa Volke und Ulrike Heuß jüngst bei einem Benefizabend zugunsten der Israel Cancer Association (ICA) im »Seehaus« am Englischen Garten. Rund 120 Gäste kamen zu der Veranstaltung – darunter Präsidentin Charlotte Knobloch, Sponsorin Regine Sixt und die Gründerin des Münchner ICA-Komitees, Ilse Ruth Snopkowski. Bei einem informativen Abend erfuhren die Gäste eine Menge über genetisch bedingten Brustkrebs.

Hollywood-Superstar Angelina Jolie hatte die Krankheit vor gut einem Jahr mit einer spektakulären Aktion weltweit bekannt gemacht. Die damals 37-Jährige ließ sich beide Brüste amputieren, nachdem sie durch einen Gentest erfahren hatte, dass sie Trägerin des BRCA1-Brustkrebsgens ist – und ihr Risiko zu erkranken damit bei 90 Prozent liegt. Über Ursachen und Therapie der Genmutation wird weltweit geforscht, besonders intensiv in Israel.

Wissenschaft
Aus zwei Gründen, wie Anita Kaminski beschrieb: Zum einen, weil das Land »es trotz aller Probleme schafft, viele herausragende Wissenschaftler auszubilden«. Und zum anderen, weil es in Israel besonders viele Frauen gibt, die vom Brustkrebs betroffen sind. »In Israel können Studien gemacht werden wie sonst nirgends«, sagte Gastrednerin Ephrat Levy-Lahad vom Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem.

Dort gebe es besonders viele Fälle, etwa zehn Prozent der Frauen seien betroffen, so die in den USA und Israel ausgebildete Wissenschaftlerin. »Am besten sollten alle Frauen auf BRCA1- und BRCA2-Gene getestet werden. Wir können helfen: Genetik ist nicht nur Grundlagenforschung, sie wird bereits angewendet!«

»Diese Forschung ist fantastisch«, stimmte ihr der Münchner Medizinprofessor Wolfgang Eiermann zu. »Und eigentlich geht es jetzt erst los.« Früher habe eine DNA-Sequenzierung etwa eine Million Euro gekostet, heute seien es rund 1000 Euro. »Auch dank der Studien in Israel sind wir auf dem Weg, vorbeugende Medikamente zu entwickeln.« Allerdings, waren sich die beiden Experten einig, werde die Forschung auch künftig noch sehr viel Geld verschlingen, weshalb Veranstaltungen wie der Benefizabend weiterhin wichtig bleiben.

Krebsforschung In den 34 Jahren seines Bestehens hat das ICA München bereits elf solcher Events veranstaltet – und damit einen sechsstelligen Betrag für die Krebsforschung gesammelt. Die fünf Frauen legen größten Wert darauf, dass die 150 Euro Eintritt pro Person voll und ganz dem guten Zweck zukommen. »Wir haben keine Verwaltungskosten, das ganze Geld fließt eins zu eins nach Israel«, betonte Kaminski.

Möglich ist das natürlich nur mithilfe von Sponsoren: Das Team der Kuffner-Gastronomie stellte den Seehaus-Pavillon gratis zur Verfügung; Sixt, die HypoVereinsbank, der FC Bayern und andere Gönner spendierten Preise für die große Tombola; der Wiener Künstler Arik Brauer steuerte für eine Auktion den Druck seines Bildes »Zauberflöte« bei.

Kultureller Höhepunkt des Abends war zweifellos der Auftritt von Brauers Tochter Timna und ihres Manns Elias. Das Duo entführte die Gäste, wie Timna Brauer erklärte, »auf einen Streifzug durch die jüdische Musik« – wofür das Duo zu Recht Applaus erntete.

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